Infineon setzt mit AURIX™ RC1 neue Maßstäbe für Echtzeit-Computing und -Steuerung in softwaredefinierten Fahrzeugen und Physischer KI

Wirtschaftspresse

Nov 04, 2026
  • Grundlegend neue Automotive-Mikrocontroller-Plattform von Infineon nutzt erstmals offenen Standard RISC-V
  • Plattform vereinfacht Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge durch domänenübergreifende, skalierbare Mikrocontroller-Basis anstelle von Einzellösungen
  • High-End-Produktlinie innerhalb der Familie erweitert den Mikrocontroller-Bereich um zusätzliche Mikroprozessor-Fähigkeiten für die Integration weiterer Funktionen
  • Fortschrittliche Rechen-, Sicherheits-, Cybersecurity- und integrierte Netzwerkfunktionen für sich verändernde Anforderungen über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus
  • Komplementäres Software-Ökosystem reduziert Migrationsaufwand und beschleunigt Softwareentwicklung bei Kunden

München, Deutschland – 4. November 2026 – Die Infineon Technologies AG baut ihr Portfolio für softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV) sowie weitere softwaredefinierte (SDX) und Physische-KI-Anwendungen strategisch aus und stärkt damit ihre Position als Weltmarktführer bei Mikrocontrollern (MCU). Das Unternehmen führt innerhalb seiner branchenführenden AURIX™ Serie für Echtzeitsteuerung im Automobilbereich und anderen Anwendungsfeldern eine grundlegend neue MCU-Plattform ein. Als erste MCU-Plattform von Infineon nutzt AURIX RC1 die Vorteile von RISC-V. Sie skaliert von klassischen Mikrocontrollern bis hin zu hybriden Mikrocontroller-/Mikroprozessor-Bausteinen und bietet ein neues Niveau energieeffizienter Echtzeitintelligenz für zukünftige sichere und cybergeschützte SDV-, SDX- und Physische-KI-Anwendungen. Infineon stellt das Konzept der AURIX RC1 Familie auf der electronica in München (10.–13. November) vor und plant, im ersten Halbjahr 2027 Muster bereitzustellen.

„Fahrzeuge und andere physische Systeme, die durch neue Software mit der Zeit intelligenter, sicherer und effizienter werden, stellen grundlegend neue Anforderungen an die Rechenhardware“, sagt Peter Schiefer, Präsident der Division Automotive bei Infineon. „Mikrocontroller müssen konfigurierbarer, skalierbarer und anpassungsfähiger werden und gleichzeitig dauerhaft ein Höchstmaß an funktionaler Sicherheit und Cybersicherheit bereitstellen, wenn sich Anwendungen weiterentwickeln. AURIX RC1 verbindet die Flexibilität des offenen Standards RISC-V mit der jahrzehntelangen Erfahrung von Infineon in der zuverlässigen Echtzeit-Steuerung sicherheitskritischer Aufgaben. Unser Anspruch ist es, Echtzeit-Computing und Echtzeitsteuerung für softwaredefinierte Fahrzeuge neu zu definieren und auf Physische KI auszuweiten.“

Schnellere SDV-Entwicklung dank gemeinsamer RISC-V-Basis
In SDV werden Funktionen und Software, die früher auf viele Steuergeräte im Fahrzeug verteilt waren, zunehmend in zentralen Fahrzeugcomputern und Zonencontrollern integriert. AURIX RC1 vereinfacht die Entwicklung solcher Architekturen. Anstelle von Einzellösungen für jede Domäne erhalten Entwicklungsteams eine gemeinsame MCU-Basis. Als Ergänzung zum bestehenden MCU-Portfolio von Infineon bringt die neue Plattform die Stärken von AURIX und der Infineon TRAVEO™ T2G Familie für Body-, Konnektivitäts- und Display-Anwendungen in einer gemeinsamen nächsten MCU-Generation zusammen. Dadurch deckt AURIX RC1 Anwendungen von Zonen-, Body- und Fahrwerkssteuerung über Batteriemanagementsysteme, Antriebsstränge und das Sicherheitsmanagement für Fahrerassistenz bis hin zu Cockpit-Anwendungen ab und ist zudem für domänenübergreifendes Computing skalierbar.

Dank des modularen Charakters von RISC-V kann Infineon einzelne Produktlinien der AURIX RC1 Familie für spezifische Anwendungen optimieren und zugleich die Vorteile einer gemeinsamen Basis für die gesamte Familie nutzen. Rechenressourcen lassen sich auf die jeweiligen Anforderungen der Anwendungen zuschneiden. Kombiniert mit anwendungsspezifischen Power-Management-Funktionen ermöglicht dies eine gute Balance zwischen spezifischen Leistungsanforderungen und Energieverbrauch. Gleichzeitig lassen sich Software, Tools und Know-how, die für eine Domäne entwickelt werden, in anderen Domänen wiederverwenden. Entwicklungszyklen verkürzen sich, Innovationen sind schneller möglich.

Erweiterung von MCUs hin zu hybriden MCU-/MPU-Architekturen
Je nach Anwendung wird AURIX RC1 bis zu zwölf 32-Bit-Rechenkerne, eine weiterentwickelte Parallel Processing Unit für Edge-KI und bis zu 40 Megabyte eingebetteten Speicher integrieren. Darüber hinaus plant Infineon, innerhalb der AURIX RC1 Familie eine Produktlinie einzuführen, die den klassischen Mikrocontroller-Bereich um zusätzliche 64-Bit-Mikroprozessor-Fähigkeiten erweitert. Infineon kann so die Rechenleistung weiter skalieren und unterstützt den Trend zur Konsolidierung weiterer Funktionen in zentralen Computern.

Neben einer höheren Rechenleistung sind funktionale Sicherheit, zukunftsfähige Cybersicherheit und eine schnelle Datenübertragung innerhalb des Fahrzeugs grundlegende Anforderungen an softwaredefinierte Fahrzeuge. AURIX RC1 ist für Anwendungen bis zur höchsten automobilen Sicherheitsstufe (ASIL D) ausgelegt und verfügt über Cybersicherheits-Mechanismen, die globale Standards und Vorschriften wie ISO/SAE 21434 und den Cyber Resilience Act erfüllen. Die Mikrocontroller-Plattform bietet Hardwaremechanismen für ein hohes Maß an physischem Schutz sowie Krypto-Agilität und unterstützt auch künftige Sicherheitsanforderungen wie Post-Quanten-Kryptografie.

Für eine effiziente Datenübertragung im gesamten Fahrzeug unterstützt die Produktfamilie modernste Kommunikationsstandards wie CAN-XL, 10BASE-T1S und Multi-Gigabit-Ethernet. Ausgewählte Bausteine integrieren BRIGHTLANE™ Ethernet-Switching-Technologie sowie hardwarebeschleunigtes Datenrouting. Durch die Verbindung von Steuerung und Kommunikation lassen sich sowohl die Zahl erforderlicher externer Komponenten als auch die Auslastung der Applikationsprozessoren reduzieren.

Infineon unterstützt AURIX RC1 mit einem ergänzenden, skalierbaren Portfolio passender OPTIREG™ Stromversorgungslösungen und bietet damit ein nahtloses und optimiertes Power Management über die gesamte Plattform hinweg.

Software-Ökosystem beschleunigt Einführung und vereinfacht Migration
AURIX RC1 wird durch das umfassendste Software-Ökosystem in der Geschichte von AURIX unterstützt: das DRIVECORE™ Ökosystem. DRIVECORE bündelt Software von Infineon und Ökosystempartnern in vorintegrierten Softwarepaketen, mit deren Hilfe Kunden die Softwareentwicklung beschleunigen und den Migrationsaufwand beim Wechsel von bestehenden AURIX und TRAVEO T2G Plattformen zu AURIX RC1 reduzieren können.

DRIVECORE unterstützt AUTOSAR, Open-Source-Software, funktionale und Cybersicherheit. Durch virtuelles Prototyping können Entwickler bereits vor der Verfügbarkeit der Hardware mit Softwareentwicklung und -validierung beginnen. KI-gestützte Migrationstools vereinfachen zudem die Softwareportierung und tragen so dazu bei, bereits erfolgte Investitionen in Software zu bewahren.

In den vergangenen Jahren hat sich Infineon als führender Treiber von RISC-V im Automobilbereich etabliert. Das Unternehmen setzt sich für eine branchenweite Zusammenarbeit ein, um ein breites Ökosystem zu fördern und die Einführung offener Standards für automobiles Echtzeit-Computing zu beschleunigen. Als Premium-Mitglied des Verbands RISC-V International und Gründungsmitglied des Joint Ventures Quintauris arbeitet Infineon eng mit führenden Unternehmen aus den Bereichen Software, Tools, Middleware, Virtualisierung und Systementwicklung zusammen. Ziele dabei sind gemeinsame Branchenstandards, eine verbesserte Interoperabilität und die schnellere Verfügbarkeit serienreifer Automotive-RISC-V-Lösungen. Für Kunden führt dies zu verbesserter Softwareportabilität, mehr Wahlmöglichkeiten im Ökosystem sowie langfristiger Skalierbarkeit.

Weitere Informationen zu AURIX RC1 sind unter www.infineon.com/RC1 erhältlich.

Infineon auf der electronica 2026 
Auf der diesjährigen electronica in München präsentiert Infineon Halbleiterinnovationen und Systemlösungen für das KI-Zeitalter. Intelligenz verlagert sich zunehmend von der Cloud in Maschinen, Fahrzeuge, industrielle Systeme und Alltagsgeräte. Mit Technologie von Infineon können diese ihre Umgebung wahrnehmen, Daten verarbeiten, sich vernetzen und sicher, zuverlässig sowie energieeffizient handeln. Auf der electronica 2026 zeigt Infineon Technologien und Lösungen für Physische KI in der Robotik, intelligente Edge-Geräte, softwaredefinierte elektrische Fahrzeuge und die Stromversorgung der Zukunft von der erneuerbaren Erzeugung bis hin zu KI-Rechenzentren. Vom 10. bis 13. November präsentiert Infineon in Halle C3, Stand 502 innovative und energieeffiziente Lösungen für eine zunehmend intelligente und vernetzte Welt. Weitere Informationen sind unter www.infineon.com/electronica erhältlich.

Die Infineon Technologies AG ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und das Internet der Dinge (IoT). Mit seinen Produkten und Lösungen treibt Infineon die Dekarbonisierung und Digitalisierung voran. Das Unternehmen hat weltweit rund 57.000 Beschäftigte (Ende September 2025) und erzielte im Geschäftsjahr 2025 (Ende September) einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro. Infineon ist in Frankfurt unter dem Symbol „IFX“ und in den USA im Freiverkehrsmarkt OTCQX International unter dem Symbol „IFNNY“ notiert.

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Oliver Scharfenberg

Spokesperson Automotive, ATV Division (interim)

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