Was Sie über das Internet der Dinge wissen müssen

Vernetzte Fahrzeuge, virtuelle Assistenten, intelligente Kühlschränke und smarte Roboter: Das Internet der Dinge wirkt sich auf die verschiedensten Lebensbereiche aus. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich, welche Vorteile und Herausforderungen hat das Internet der Dinge?

Jeden Morgen öffnen sich zur eingestellten Zeit die Rollläden, im Bad geht automatisch die Heizung an und die Kaffeemaschine brüht schon mal die erste Tasse auf. Geht man zur Arbeit, öffnet sich das Garagentor, die Türe schließt von selbst ab und die Alarmanlage wird aktiv. Auf dem Weg zur Arbeit erhält das vernetzte Auto Informationen über einen Stau und schlägt von selbst eine neue Strecke vor. Und im Unternehmen kommuniziert die Produktionsanlage direkt mit dem Bestellsystem und der Logistik, sodass die Waren entsprechend angefertigt werden. All diese vernetzten und intelligenten Geräte und Maschinen sind Teil des Internet der Dinge.

Was ist das Internet der Dinge?

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verbindet physische Objekte mit der virtuellen Welt. Intelligente Geräte und Maschinen sind dabei miteinander und mit dem Internet vernetzt. Sie erfassen relevante Informationen über ihre unmittelbare Umgebung, analysieren diese und verknüpfen sie. Auf dieser Basis erledigen die Geräte bestimmte Aufgaben. Beispielsweise misst ein Sensor die Außentemperatur, woraufhin das smarte Gerät, in das er eingebaut ist, die Heizung aufdreht. Das alles passiert automatisch, ganz ohne aktives Eingreifen des Anwenders. Dieser kann die IoT-Geräte auf Wunsch trotzdem aus der Ferne steuern, etwa über eine App auf dem Smartphone.

Möglich macht das ein Zusammenspiel aus vernetzten Komponenten wie Mikrocontrollern, Sensoren sowie Aktoren, die elektrische Impulse in Druck, Bewegung, Temperatur oder andere mechanische Größen umwandeln. IoT-Systeme sind komplex: Sie vereinen einzelne Geräte, Datenbanken und sogenannte Gateways, welche mehrere Netzwerke miteinander verbinden. Über eine meist drahtlose Schnittstelle sind sie ans Internet angebunden und versenden Daten oder erhalten umgekehrt Befehle.

Warum sind Sensoren so wichtig für das Internet der Dinge?

Warum sind Sensoren so wichtig für das Internet der Dinge?

Dank seiner Sinne kann der Mensch seine Umgebung erfassen, Maschinen benötigen dafür Sensoren. Sie sind deshalb die wichtigsten Datenlieferanten im Internet der Dinge. Es gibt unterschiedliche Arten von Sensoren: zum Beispiel zur Feststellung von Temperatur, Feuchtigkeit, Bewegung, Licht, mechanischen Druck, CO2-Gehalt, Ultraschall oder Luftdruck. Der jeweilige Sensor an einem Gegenstand misst den Zustand seiner Umgebung, der Mikrocontroller im System verarbeitet die erhobenen Daten. Diese werden dann über das Netzwerk an eine Software übermittelt. Der Sensor kann via Bluetooth mit einer Smartphone-App gekoppelt sein, über die der Nutzer die Daten abliest. Oder die Informationen werden über das Internet an eine Cloud-Plattform gesendet, auf der die Daten analysiert werden. Liefert ein Sensor im Smart Home etwa die Information, dass es dunkel wird, werden die Rollläden heruntergefahren. In der Industrie können mithilfe von Temperatursensoren beispielsweise Heiz- oder Kühlventile präzise gesteuert werden. Sie messen, wie warm oder kalt es in einem Raum oder einer Halle ist, je nachdem reagieren die Ventile.

Die Entwicklung zum IoT – es begann mit einem Toaster

Das Internet der Dinge als technologische Infrastruktur ist in den 2000er Jahren entstanden. Doch einen Alltagsgegenstand, der drahtlos Informationen über seinen Zustand weitergeben konnte, gab es schon früher: 1982 überwachten Informatikstudenten in Pittsburgh, USA, den Füllstand eines Getränkeautomaten über den Vorläufer des Internets. Das erste vernetzte Haushaltsgerät folgte 1990, in den Anfangstagen des World Wide Web – noch vor der ersten Webseite, die 1991 gestartet wurde: Der US-amerikanische Software- und Netzwerkexperte John Romkey sowie australische Computerwissenschaftler Simon Hackett verbanden während einer Konferenz einen Toaster mit dem Internet. Er konnte online ein- und ausgeschaltet werden. Dieser Toaster gilt heute als das erste IoT-Gerät.

Den Begriff „Internet of Things“ prägte 1999 der britische Forscher Kevin Ashton. Der Experte für Sensoren- und Identifikationstechnologien am Massachusetts Institute of Technology beschrieb damit passive RFID-Tags. RFID (Radio Frequency Identification, auf Deutsch: Funkerkennung) ist eine Technologie, bei der ein Lesegerät Daten kontaktlos von einem Funketikett (Tag) lesen und speichern kann. Auch hier wurden also physische Objekte mit der virtuellen Welt verbunden, allerdings nur in einem eingegrenzten Bereich. Wenig später, im Jahr 2000, stellte der Elektronikkonzern LG die Idee eines internetfähigen Kühlschranks vor: Er benachrichtigt den Besitzer, wenn die Vorräte an Käse, Butter oder Eiern ausgegangen sind.

Die Vernetzung nahm seitdem deutlich zu: Schon 2008 waren mehr Geräte mit dem Internet verbunden, als es Menschen auf der Erde gab, wie der Netzwerkspezialist Cisco ermittelte. Gemeint waren damit nicht nur Smartphones und Computer, sondern alle möglichen Gegenstände. In Zukunft werden immer mehr Geräte smart sein: 20 Milliarden Gebrauchsgegenstände könnten schon 2020 mit dem Internet verbunden sein, so das Marktforschungsinstitut Gartner.

Vorteile und Anwendungsbereiche des IoT

Die intelligenten Geräte oder auch „Smart Devices“ sind heute in Privathaushalten, Fabriken, Fahrzeugen, im Gesundheitswesen und Städten zu finden. Sie sollen unseren Alltag komfortabler und Produktionsprozesse effizienter machen, durch mehr Effizienz Strom sparen und zugleich die Umwelt schonen, den Verkehrsfluss optimieren oder auch das Leben in Megacities vereinfachen.

Industrie 4.0

Die Industrie 4.0 ist die vierte industrielle Revolution: Nach der Dampfmaschine, der elektrischen Energie und der Computerisierung der Produktion folgt nun die Vernetzung von Maschinen, Waren und Anlagen. Die gesamte Wertschöpfungskette wird digital und dadurch effizienter. In weitgehend automatisierten Prozessen kommunizieren beispielsweise Produkte mit Geräten und können den nächsten Schritt in der Fertigung selbständig anstoßen. Maschinen erkennen Fehlfunktionen und fordern ihre Wartung selbst an. Fertigungsroboter und Transportfahrzeuge tauschen sich selbständig mit der Lagerlogistik aus. Neben der Effizienz steigt auch die Sicherheit für die Mitarbeiter: Wenn Gabelstapler oder Maschinen mit Sensoren ausgerüstet sind, scannen sie ihre Umgebung und stoppen, noch bevor es zu einem Umfall kommen kann. Dank der Erfassung und Analyse von Daten entstehen zudem ganz neue Services. So kann ein Unternehmen mithilfe des Internet der Dinge sein Portfolio flexibler gestalten und weitere Dienste anbieten.

Schon in naher Zukunft werden wir unser Leben mit intelligenten Maschinen teilen.
Das wird für uns so normal sein wie Smartphones es heute sind.

Dr. Reinhard Ploss, CEO Infineon

In der vernetzten Infrastruktur der Industrie 4.0 können Prozesse einfacher geplant und Waren schneller produziert werden. Das spart Zeit und Lagerkosten: Unternehmen erwarten laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von PwC Effizienzsteigerungen von durchschnittlich 19 Prozent über die nächsten fünf Jahre. Außerdem sollen die Einführungszeiten für neue Produkte um durchschnittlich 17 Prozent, die Produktionskosten um etwa 13 Prozent zurückgehen.

Smart Home

Das Licht schaltet sich abends selbstständig ein und aus, intelligente Stromzähler erfassen und regeln den Stromverbrauch: In einem Smart Home sind verschiedene Alltagsgegenstände vernetzt, zum Beispiel Kaffee- und Waschmaschinen, Kühlschränke, Thermostate oder Lichtschalter. Die unterschiedlichen Geräte sind dabei über eine Zentrale verknüpft, Hub oder Gateway genannt, und mit dem Internet verbunden. IoT-Geräte können im intelligenten Zuhause dabei nicht nur für mehr Komfort und Energieeffizienz sorgen, sondern auch für mehr Sicherheit: So leiten etwa vernetzte Überwachungskameras und Rauchmelder Informationen automatisch an die Smartphones der Nutzer weiter und kontaktieren im Ernstfall direkt den Notruf. Nutzer können im Smart Home zudem über Sprachbefehle an digitale Assistenten das Licht oder die Musik steuern, das Wetter oder die Nachrichten vorgelesen bekommen oder online Waren bestellen.

E-Health

Wearables wie Fitnessarmbänder, Smartwatches oder Fitness-Tracker werden am Körper getragen und können Gesundheitsdaten erfassen, zum Beispiel Puls oder Blutdruck. Via App werden diese Daten anschaulich mit Diagrammen oder Grafiken ausgewertet. Zudem gibt es bereits smarte medizinische Geräte wie Herzschrittmacher oder Blutzucker-Messgeräte. Stellen sie ein Problem fest, alarmieren sie umgehend den Nutzer beziehungsweise den Notdienst. E-Health-Apparate können so dafür sorgen, dass alte oder kranke Menschen sicherer zu Hause leben: Smarte Medikamentendosen stellen fest, ob Patienten ihre Medizin genommen haben, Sturzsensoren im Teppich melden, wenn sie gefallen sind. Auch in Kliniken kommen vernetzte medizinische Geräte zum Einsatz: Intelligente Betten liefern beispielsweise Informationen über die Auslastung. Ergebnisse aus dem Labor und Messwerte verschiedener Geräte werden dann kombiniert und automatisch zentral erfasst.

Vernetzte Fahrzeuge

Steuereinheiten und Halbleitern ausgestattet, darunter etwa Radarsensoren. Diese messen Geschwindigkeit und Entfernung, um festzustellen, wie nah ein anderes Objekt oder eine Person ist. Seit April 2018 ist außerdem jeder Neuwagen in der EU mit dem Notrufsystem „eCall“ ausgerüstet, das nach einem Unfall dank der eingebauten Mobilfunkkarte automatisch Hilfe rufen kann. Vernetzte Fahrzeuge sind außerdem über WLAN oder Mobilfunk verbunden, wodurch der Fahrer etwa Informationen über Staus erhält. Über das Internet und mit Hilfe von „Softwareupdates over the air“ („SOTA“) können die Fahrzeuge auch schneller gewartet werden – ohne dass sie in die Werkstatt müssen.

In Zukunft werden Autos darüber hinaus automatisiert fahren. Auch dafür werden verschiedene Sensoren benötigt: Ultraschallsensoren erkennen Hindernisse, Radarsensoren entdecken andere Verkehrsteilnehmer und messen ihre Geschwindigkeit und Position, Videosensoren liefern zusätzliche Informationen. Die vernetzten Fahrzeuge sollen den Straßenverkehr unter anderem sicherer machen. Laut einer Studie von Bosch könnten Sicherheitssysteme und cloudbasierte Funktionen 2025 allein in Deutschland, den USA und China 260.000 Unfälle mit Verletzten verhindern.

Smart City

Im Jahr 2050 werden laut der UN voraussichtlich zwei von drei Menschen auf der Erde in Städten wohnen. Und schon 2030 gibt es weltweit mutmaßlich 43 sogenannte Megacities mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Das sorgt für Herausforderungen, zum Beispiel bei Infrastruktur oder Luftqualität. Die Städte der Zukunft müssen deshalb nachhaltiger und sicherer werden, um die Lebensqualität der Menschen zu steigern. Unter dem Schlagwort Smart City werden Ideen und Konzepte zusammengefasst, die durch vernetzte Technologien dabei unterstützen. Sie stammen aus verschiedenen Bereichen wie Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung oder Kommunikation. Ampeln schalten dann den benötigten Fahrstreifen auf Grün, sobald sich ein Feuerwehrauto oder ein Bus nähern. Straßenlampen schalten sich je nach Bedarf ein oder aus und könnten mit Hilfe integrierter Kameras für mehr Sicherheit sorgen. Digitale Systeme steuern die Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs, aber auch von Wasser-, Abwasser- und Recycling-Systemen. Dienstleistungen der Verwaltung können Bürger online erledigen, um Zeit und Papier zu sparen.

Wie Maschinen miteinander kommunizieren

Wie Maschinen miteinander kommunizieren

Damit Prozesse im Internet der Dinge automatisiert ablaufen können, müssen Geräte ohne menschlichen Eingriff miteinander kommunizieren können. Eine Maschine-zu Maschine-Infrastruktur (M2M) ermöglicht den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen, Systemen, Automaten, Containern, Strom-, Gas- und Wasserzählern oder Robotern – und darüber hinaus mit einer zentralen Leitstelle. M2M benötigt jeweils einen Daten-Endpunkt (DEP), das ist das Gerät oder die Maschine, ein Kommunikationsnetz sowie einen Daten-Integrationspunkt (DIP), beispielsweise einen Server. Ein Beispiel: Eine Anlage produziert Waren, über WLAN sendet sie die Menge der Rohstoffe an den Server. Der überwacht aus der Ferne, ob die Maschine eine Wartung oder neue Rohstoffe benötigt. Die Geräte besitzen zur Kommunikation zusätzlich zu den Sensoren einen Sender, mit dessen Hilfe sie Daten über das Kommunikationsnetz übertragen – via Mobilfunk, WLAN, Festnetz, Bluetooth, Satellitenfunk oder RFID. Der Empfänger ist eine Zentrale, so wie ein Server. Er sammelt die Informationen, verarbeitet sie und löst eine Aktion aus.

Herausforderungen im IoT

Zahlreiche Beispiele zeigen: Die intelligenten Geräte im Internet der Dinge helfen, unseren Alltag zu vereinfachen. Trotzdem bringen sie auch verschiedene Herausforderungen mit sich, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Big Data und Sicherheit im IoT

Die Menge an weltweit gesammelten Daten explodiert geradezu: Wurden 2016 noch jährlich 16,1 Zettabyte generiert, sollen es 2025 mit 163 Zettabyte schon zehnmal so viel sein, so die Marktforscher von IDC. Dazu tragen auch die Geräte im Internet der Dinge stark bei. Sie sammeln riesige Mengen an Daten. Das schafft auch Herausforderungen bei Datenschutz und Datensicherheit. Während sich die Datensicherheit darauf konzentriert, unbefugten Zugriff auf Daten zu verhindern, geht es beim Datenschutz um den Schutz unserer Privatsphäre.

Grundsätzlich gilt: Daten sind die Grundlage des Internet der Dinge. Ihre Auswertung und Analyse machen den Alltag erst smart. Wenn Geräte mit dem Internet vernetzt sind, werden sie aber auch angreifbar. Internetkriminelle können ihre Steuerung übernehmen, Daten ausspionieren oder sogar Industrieanlagen sabotieren. Zwei Angreifer drangen 2015 in das Infotainmentsystem eines vernetzten Autos ein, nur um zu zeigen, dass das problemlos möglich ist. Sie schalteten den Motor aus und das Radio an. Im schlimmsten Fall legen Kriminelle auf diesem Weg sogar die Infrastruktur einer Region oder eines ganzen Landes lahm: Das passierte Ende 2016 in Liberia, als dort das Internet ausfiel. Berichten zufolge hatten Angreifer Millionen IoT-Geräte zu einem Botnetz zusammengeschlossen und dann „Distributed-Denial-of-Service“-(DDoS)-Angriffe ausgeführt. Bei solchen „DDoS“-Attacken werden gleichzeitige Anfragen von zahlreichen Geräten auf einen Server geschickt – bis dieser überlastet ist und nicht mehr reagieren kann. Angreifer könnten zudem Überwachungskameras steuern, Nutzer ausspionieren oder die Übertragung abschalten. Unzureichend geschützt sind IoT-Geräte oft im Smart Home, denn einheitliche Sicherheitsstandards existieren hier noch nicht. In Unternehmen drohen Produktionsausfälle, wenn Kriminelle die smarten Maschinen lahmlegen oder sensible Daten stehlen.

Auch für den Datenschutz entstehen neue Herausforderungen: Die Frage ist, was mit all den Daten passiert und wo sie gespeichert werden. Der Hersteller eines Fitnesstrackers könnte mit den gesammelten Informationen zum Beispiel ein genaues Nutzerprofil erstellen und dieses mit weiteren Daten verknüpfen. Ebenso wie im Industriebetrieb müssen die Informationen vor dem Zugriff Unbefugter wirksam geschützt werden. Sonst droht nicht nur der Diebstahl der Daten: Kriminelle können auch die Identität von Privatnutzern oder bestimmten Angestellten übernehmen und beispielsweise auf Bankkonten oder E-Mail-Postfächer zugreifen.

Aber wie lassen sich solche Attacken verhindern? Entscheidend ist, dass die Kommunikation zwischen den Geräten und Servern abgesichert ist. Effektive Schutzmaßnahmen sind beispielsweise ein zuverlässiges Zugriffsmanagement mit Sicherheits-Authentifizierung und eine Verschlüsselung der übertragenen Daten.  Intelligente Geräte, vernetzte Fahrzeuge und Industrie 4.0-Anlagen müssen also unbedingt geschützt arbeiten, um Datendiebstahl, Betrug, Manipulationen oder sonstigen Angriffen effektiv entgegenzuwirken.

Mangelnde Kompatibilität und immer höhere Leistungsanforderungen

Eine Herausforderung für die Hersteller von IoT-Geräten ist zudem die geräte- und plattformunabhängige Entwicklung von Anwendungen. Sensoren, Plattformen oder Betriebssysteme arbeiten heutzutage oft nur mit bestimmten Systemen zusammen. Die Anforderungen an die einzelnen Bestandteile eines Geräts variieren deshalb. Idealerweise braucht es plattformübergreifende Hard- und Software-Lösungen und gleichzeitig für bestimmte Anwendungen eine spezifische Software. Zudem steigen die Ansprüche an die Geräte, was die Hersteller vor weitere Herausforderungen stellt. Sensoren und Halbleiter sollen immer leistungsfähiger und smarter werden, sicherer sein und nur geringe Verzögerungen aufweisen. Gleichzeitig sollen sie aber weniger Strom verbrauchen sowie möglichst klein und unauffällig werden.

Internet der Dinge: Der Beitrag von Infineon

Im Internet der Dinge ist entscheidend, dass die vernetzten Geräte smart, energieeffizient und abgesichert sind. Möglich wird das nur durch Technologien, die Halbleiterunternehmen wie Infineon entwickelt oder vorangetrieben haben. So stellen etwa Sensoren die Basis des IoT dar, indem sie wichtige Daten aus ihrer Umgebung sammeln; Leistungshalbleiter formen umgekehrt Daten in elektronische Signale; Mikrocontroller steuern komplette Systeme.

Die verschiedenen Halbleiter von Infineon werden in zahlreichen Bereichen des IoT eingesetzt: In Smart Cities arbeiten unter anderem professionelle Lichtsysteme mit LED-Technologien des Unternehmens. Sensoren und Mikrocontroller werden für smarte Infrastruktur- und Transportsysteme eingesetzt, aber auch im intelligenten Zuhause. In der Industrie 4.0 erfüllen neben speziellen Sensoren, Mikrocontrollern und Powermodulen auch Sicherheitschips die hohen Anforderungen in der Industrie. Sie helfen dabei, die Systeme und Geräte in der smarten Fabrik vor Angreifern zu schützen. Infineon stattet außerdem vernetzte Autos unter anderem mit Radarsensoren aus. Auch im Bereich der Authentifizierung und der verschlüsselten Datenübertragungen sind Halbleitertechnologien im Einsatz.

Infineon verwendet dabei innovative Materialien wie Siliziumkarbid (Silicon Carbide, SiC). Diese können höhere Lasten und Spannungen verarbeiten und verbrauchen zugleich weniger Energie.

Ausblick: Die Zukunft von IoT

Das Internet der Dinge wird weiter anwachsen. Vernetzte Autos finden in Zukunft die schnellsten und sichersten Routen. Vernetzte Straßenlaternen erfassen Daten über Verkehr, Sicherheit, Beleuchtung und sogar Luftqualität. Vernetzte Lufttaxis befördern Menschen in den Städten von einem Ort zum anderen. Angetrieben wird die Entwicklung vom Ausbau des neuen Highspeed-Mobilfunknetzes 5G: Es ermöglicht schnellere und stabilere Datenübertragungen. Das wird nötig sein, denn je mehr Geräte miteinander kommunizieren, desto größer wird auch die Datenmenge. Der Mobilfunkstandard 5G kann diese Flut bewältigen und in der Datenwolke, der Cloud, verarbeiten.

Auch das sogenannte Edge Computing könnte in Zukunft immer wichtiger werden: IoT-Geräte können dann die Daten auf dem Gerät, auf dem sie entstehen, direkt verarbeiten. So kann die Datenanalyse etwa im vernetzten Auto noch schneller erfolgen als in der Cloud. Auch die Künstliche Intelligenz (KI) wird das Internet der Dinge vorantreiben. Computer und Algorithmen können damit eigenständig Probleme bearbeiten und werden dabei immer besser („Maschinelles Lernen“). Schon jetzt nutzen vier von zehn Industrieunternehmen Datenanalysen und KI für die digitale Produktentwicklung. Deshalb kann das Internet der Dinge wohl erst durch die Verknüpfung mit Künstlicher Intelligenz sein volles Potential entfalten. Zwar lernen Unternehmen dank der Analyse von Daten schon heute, wie sie ihre Produkte verbessern können. Dies lässt sich noch deutlich steigern, wenn die Maschinen und Algorithmen selbständig Muster erkennen können.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum IoT

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) verbindet physische Objekte mit der virtuellen Welt. Intelligente Geräte und Maschinen sind dabei miteinander und mit dem Internet vernetzt. Sie erfassen mit Hilfe von Sensoren Informationen über ihre unmittelbare Umgebung, analysieren und verknüpfen sie und machen sie in einem Netzwerk verfügbar. Auf dieser Basis erledigen die Geräte bestimmte Aufgaben.

Zum Internet der Dinge gehören Alltagsgegenstände im vernetzten Zuhause genauso wie vernetzte Fahrzeuge oder medizinische Geräte, die Gesundheitsdaten erfassen. Auch Konzepte zur Smart City, der vernetzten Stadt, fallen in den Bereich des IoT. In der Produktion und im Unternehmen werden Maschinen und Anlagen vernetzt, man spricht hier von der Industrie 4.0 oder dem Industrial IoT (IIoT).

Das Internet der Dinge soll die Produktivität erhöhen und unser Leben im Allgemeinen bequemer und effizienter machen. Die vernetzten Geräte und Maschinen erfassen automatisch relevante Daten aus der Umgebung und liefern Analysen. Nutzer und Unternehmen erhalten so neue Informationen, sparen Zeit und Kosten. Vieles wird automatisch von Geräten übernommen – vom Ein- und Ausschalten der Heizung oder des Lichts im Smart Home bis hin zur in-Time-Produktion von Waren in der Industrie 4.0.

Wenn Geräte und Maschinen mit dem Internet verbunden sind, können sie aus dem Netz auch angegriffen werden. Privatanwender und Unternehmen müssen also versuchen sicherzustellen, dass Kriminelle nicht die Kontrolle über die Geräte übernehmen – beispielsweise um Daten zu stehlen oder Anlagen zu sabotieren. Die Geräte sammeln zudem eine riesige Menge an Daten. Diese müssen geschützt gespeichert werden. Bislang gibt es jedoch kaum einheitliche Standards für die Sicherheit der IoT-Geräte – ebenso wenig wie für ihre Kompatibilität. Sensoren sollen zudem immer leistungsfähiger, schneller und sicherer arbeiten – und dabei möglichst wenig Energie verbrauchen.

Immer mehr Geräte und Maschinen werden in Zukunft vernetzt sein. Mithilfe der nächsten Mobilfunkgeneration 5G sowie der Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz wird das Internet der Dinge einen weiteren Schub bekommen. So können Unternehmen neue und verbesserte Produkte entwickeln; der Alltag vieler Nutzer wird komfortabler und sicherer.

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