Nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Wir erwarten von unseren Zulieferern, dass sie sich den Werten verpflichten, die in unseren Einkaufssgrundsätzen dargelegt sind, und unsere Technischen Lieferbedingungen erfüllen. Infineon fordert von seinen Zulieferern und Anbietern die Einhaltung aller anwendbaren Gesetze, einschließlich denen zu Arbeitsmethoden und Zwangsarbeit.

Diese und andere Erwartungen an unsere Zulieferer, einschließlich u. a. Umweltschutz, Arbeitssicherheit, Menschenrechte und faire Geschäftspraktiken, spiegeln sich in unseren Einkaufsgrundsätzen wider. Darüber hinaus wird von ihnen erwartet, die Grundsätze der UN-Initiative „Global Compact“ zu unterstützen.

Wie verwalten wir unsere Lieferanten?

Unter Lieferantenmanagement versteht man die Organisation, Steuerung und Weiterentwicklung von Lieferantenbeziehungen.
Das Lieferantenmanagement basiert auf unseren vier ineinandergreifenden Modulen, durch die eine einheitliche Beschaffung, Bewertung, Klassifizierung und Weiterentwicklung von Zulieferern erreicht wird. Weitere Informationen über das Lieferantenmanagement finden Sie hier.

Lieferantenbewertung

Bei Infineon müssen alte und neue Zulieferer einen Fragebogen zur Corporate Social Responsibility ausfüllen, in dem es u. a. um Ökologische Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit und Kontinuitätsplanung geht. Die Fragebögen werden dann von Experten bei Infineon ausgewertet. Nach Erhalt und Überprüfung des Fragebogens legt Infineon im Falle nicht akzeptabler Antworten einen Verbesserungsprozess fest und teilt diesen dem Zulieferer mit. Infineon behält sich das Recht vor, bei einem solchen Zulieferer ein Audit durchzuführen. 

Einkaufsgrundsätze

 Die Einkaufsgrundsätze spiegeln die wesentlichen Anforderungen an Verhalten geschäftliches wider, die in unseren Business Conduct Guidelines skizziert sind. Wie dort angegeben, haben sich alle unsere Lieferanten nach sämtlichen dort beschriebenen Anforderungen zu richten. Darüber hinaus hat jeder unserer Lieferanten sicherzustellen, dass sich seine Tochterunternehmen, Vertragsnehmer und Unterlieferanten an alle dort beschriebenen Anforderungen halten.

Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten. Unternehmen sollen sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen. Unsere Lieferanten sollen diese Grundsätze erfüllen.

  • Wir lehnen jede Form von Kinderarbeit ab. Unsere Lieferanten dürfen keine Arbeitstätigkeit von Personen unter 15 Jahren* erlauben.

  • Wir verlangen von unseren Lieferanten, dass sie Zwangsarbeit ablehnen.

  • Kulturelle Unterschiede werden von uns anerkannt und respektiert. Zugleich sind wir der Ansicht, dass Arbeitskräfte auf Grundlage ihrer Fähigkeiten und Eignung für die gefragte Funktion eingestellt werden sollten und nicht in Hinblick auf persönliche Eigenschaften oder Überzeugungen. Die Anwerbung und Auswahl sowie die Weiterentwicklung, Beförderung und Vergütung unserer Mitarbeiter erfolgt ausschließlich nach arbeitsbezogenen Kriterien. Darüber hinaus entlohnen wir unsere Mitarbeiter angemessen für ihre Arbeit, wobei die Entgeltleistungen mindestens den gesetzlichen Anforderungen, maßgebenden Gesetzen, Vorschriften und Vereinbarungen bezüglich Arbeitsstunden und allgemeiner Arbeitsbedingungen entsprechen.

    Unsere Lieferanten sind verpflichtet, sich nach diesen Prinzipien zu richten.

  • Unsere Lieferanten dürfen keinerlei Diskriminierung, Belästigung oder Beleidigung wegen ethnischen Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Glaubens, Weltanschauung, Geschlechts, Alters, Behinderung, Familienstands, gewerkschaftlichen oder politischen Zugehörigkeit,  Aussehens oder sexuellen Identität oder Orientierung persönlich angegriffen, benachteiligt, belästigt oder ausgegrenzt werden.

  • Jegliche Form von sexueller Belästigung, körperlicher Züchtigung, physischem Zwang und verbaler Beleidigung ist untersagt, ebenso wie jedes einschüchterndes, feindseliges und anstößiges Verhalten, dass die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters beeinträchtigen könnte. Zusätzlich sollen unsere Lieferanten sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter mit der Geschäftsleitung offen und ohne Angst vor Repressalien, Einschüchterung oder Schikanen über Arbeitsbedingungen und Managementpraktiken kommunizieren können.

    * Ausnahmen gelten bei Beschäftigungsverhältnissen in Entwicklungsländern gemäß Konvention 138 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder bei behördlich genehmigten praktischen Schulungen oder der Lehrlingsausbildung, die offenkundig mit einem Nutzen für die teilnehmende Person verbunden sind.

Unser Ansehen hängt davon ab, wie wir die Personen behandeln, mit denen wir täglich während unserer Geschäftstätigkeit verkehren. So bewahren wir unseren guten Ruf durch folgende Maßnahmen:

  • Wir verpflichten uns, die Regeln des fairen Wettbewerbs und die Kartellgesetze einzuhalten.
  • Wir treten gegen alle Arten der Korruption an.
  • Keiner unserer Mitarbeiter darf sich zulasten einer anderen Person durch Manipulation, Verschweigen, Missbrauch vertraulicher Informationen, Falschdarstellung von wesentlichen Tatsachen oder andere unfaire Geschäftspraktiken jeglicher Art Vorteile verschaffen. Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, gegen jede Form von Korruption vorzugehen.

Unsere Mitarbeiter dürfen keinerlei Geschenke annehmen (außer Geschenke von geringem Wert). Dazu gehört auch die Annahme von Gefälligkeiten, die den Anschein der unredlichen Einflussnahme erwecken könnten. Unsere Lieferanten haben sich an diese Geschäftspraktiken zu halten.

Unsere Mitarbeiter dürfen ihr Beschäftigungsverhältnis niemals zur ungerechtfertigten Bereicherung nutzen. Unsere Lieferanten sind verpflichtet sicherzustellen, dass ihre Mitarbeiter sich an die oben genannten Prinzipien halten. Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter unserer Lieferanten von Angeboten absehen, die den Anschein eines Interessenkonflikts erwecken könnten.

Unsere Lieferanten müssen für eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung für all ihre Mitarbeiter sorgen und sämtliche Risiken und Gefahren an jedem Arbeitsplatz minimieren, um Gesundheit und Wohlbefinden aller Mitarbeiter, Lieferanten und Besucher zu gewährleisten.

Unsere Lieferanten sollen global und lokal ökologische Verantwortung übernehmen und die notwendigen Maßnahmen für den Umweltschutz in den verschiedenen Regionen der Welt durchführen, in denen sie aktiv sind.

Unsere Lieferanten müssen all unsere Bemühungen zur Sicherheit in der Lieferkette und zum Schutz unserer Vermögenswerte, insbesondere unseres geistigen Eigentums und unserer Produkte, nachhaltig unterstützen. Unsere Lieferanten müssen sicherstellen, dass ihre Sicherheitsrichtlinien umgesetzt, regelmäßig überprüft und kontinuierlich verbessert werden. Darüber hinaus müssen Lieferanten an einschlägigen behördlichen Sicherheitsinitiativen teilnehmen, bei denen es darum geht, die Sicherheit ihrer Lieferketten und an den Landesgrenzen zu stärken und dafür zu sorgen, dass die in diesen Initiativen festgelegten Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden.

Unsere Lieferanten müssen für eine robuste und belastbare Lieferkette und geeignete Prozesse sorgen, damit eine unterbrechungsfreie Lieferung und Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen gewährleistet sind. Wir empfehlen unseren Lieferanten, zur Sicherstellung der Geschäftskontinuität geeignete Pläne aufzustellen und diese umzusetzen. Alle Schlüssellieferanten sind verpflichtet, uns ihre Systeme zum Notfallmanagement, die die Geschäftskontinuität garantieren sollen, darzulegen, inklusive der entsprechenden Informationen zur Planung, Kontrolle und Schadensminderung. Belege können in Form von produktspezifischen Plänen, Konzepten oder Maßnahmen bereitgestellt werden. Zugleich müssen sie Strategien offen legen, die die Risikobewertungen, Katastrophenverhütung und die Vermeidung von Betriebsunterbrechung umfassen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Unser Engagement für Konfliktminerale und Kobalt

DRC-Konfliktmineralien

Die Achtung der Menschenrechte ist für Infineon eine Selbstverständlichkeit. Die Vermeidung von Konfliktmineralien in der Lieferkette leistet einen Beitrag zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen.

Infineon ist nicht an den US-Börsen gelistet und hat somit auch nicht die gesetzliche Verpflichtung, einen sogenannten Konfliktmineralien-Bericht zu veröffentlichen. Als Mitglied der sogenannten Respon-sible Minerals Initiative stellen wir uns dennoch, im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung, unserer Verantwortung in der Lieferkette. Mit unserer umfas- senden Deklaration zur Verwendung von Konfliktmineralien unterstützen wir unsere Kunden, die nach den Bestimmungen der United States Securities and Exchange Commission (SEC) verpflichtet sind, Sorgfaltsprüfungen innerhalb ihrer Lieferketten durchzuführen, bei der Erfüllung ihrer Berichtspflichten.

Die Herkunft der Metalle ermitteln wir in enger Zusammenarbeit mit unseren direkten Lieferanten, da wir diese Metalle nicht direkt von den Minen oder Schmelzhütten beziehen. Mittels einer konzernweit einheitlichen Vorgehensweise, die auf der OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict- Affected and High-Risk Areas basiert, schaffen wir die notwendige Transparenz inner-halb unserer Lieferkette. Unsere Ziele sowie die Anforderungen an die Lieferkette haben wir in der Infineon Conflict Minerals Policy und dem Supplier Code for a Responsible Sourcing of Conflict Minerals formuliert und im Internet veröffentlicht. Lesen Sie unsere Conflict Minerals Policy  und unseren Lieferentenkodex zur verantwortungsbewussten Beschaffung von Konfliktmineralien

Freiwillige Bewertung von Kobalt in unsere Produkten

Die Demokratische Republik Kongo hält circa 50 Prozent der weltweiten Kobaltreserven und produziert die weltweit größte Menge an Kobalt. Infineon hat daher als verantwortungsbewusstes Unternehmen seine Aktivitäten zur sozialen und ökologischen Verantwortung in der Lieferkette diesbezüglich erweitert, indem wir auf freiwilliger Basis Kobalt in unser Due Diligence-Programm zur verantwortungsbewussten Beschaffung von Mineralien aufgenommen haben. Im Rahmen unserer Untersuchung haben wir alle Lieferanten von kobalthaltigem Material identifiziert und hinsichtlich der in der Lieferkette befindlichen Kobaltschmelzen abgefragt. Zur Schaffung von Transparenz stellen wir das Ergebnis der Prüfung unseren Kunden in Form einer Kobalt-Deklaration (Cobalt Reporting Template) zur Verfügung.