Infineon meldet Ergebnis für das dritte Geschäftsquartal 2002

19.07.2002 | Fachpresse

  • Infineon verbessert in weiterhin schwierigem Marktumfeld Umsatz, EBIT und Nettoverlust und gewinnt Marktanteile in allen Bereichen

  • Umsatz im dritten Quartal stieg um 1 Prozent gegenüber Vorquartal und 10 Prozent gegenüber Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Euro durch höhere Nachfrage in Kommunikation und Automobilelektronik

  • Weitere Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen in den meisten Geschäftsbereichen reduzieren Nettoverlust auf 76 Millionen Euro

  • Starke Brutto-Cash-Position von 1,9 Milliarden Euro und positiver operativer Cash-Flow von 293 Millionen Euro

  • Marktposition in Kommunikation durch Übernahme von Ericsson Microelectronics und Kooperation im Bereich DSP-Technologie ausgebaut


München, 19 Juli, 2002 – Die Infineon Technologies AG (FSE/NYSE: IFX) hat den Umsatz im dritten Geschäftsquartal (30. Juni 2002) auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Das entspricht einer Zunahme von 1 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 10 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2001. Wesentliche Ursache für den Umsatzanstieg war die erhöhte Nachfrage nach Sicherheits-Controllern in der mobilen Kommunikation und im Bankensektor, nach Breitband-Zugangsprodukten sowie der stabile Bedarf an Leistungselektronik im Automobil- und Industriebereich.

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) verbesserte sich auf minus 107 Millionen Euro, gegenüber minus 178 Millionen Euro im vorausgegangenen Quartal und minus 598 Millionen Euro im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001, in dem Abschreibungen von Lagerbeständen in Höhe von 209 Millionen Euro und außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 51 Millionen Euro enthalten waren. Die Verbesserung des EBIT gegenüber dem Vorquartal basiert auf Kostensenkungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen und einer relativ stabilen Nachfrage in den meisten Bereichen. Infineon hat die Ziele seines Kostensenkungsprogramms Impact beim EBIT und bei Cash-Einsparungen erreicht.

Der Nettoverlust lag bei 76 Millionen Euro und reduzierte sich damit gegenüber 108 Millionen Euro im vorausgegangenen Quartal und 371 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Verlust pro Aktie betrug im dritten Geschäftsquartal 0,11 Euro. Im zweiten Quartal lag der Verlust pro Aktie noch bei 0,16 Euro, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bei 0,59 Euro.

Am 30. Juni 2002 hatte Infineon eine Brutto-Cash-Position, bestehend aus Zahlungsmitteln und Wertpapieren des Umlaufvermögens, von 1,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen generierte im dritten Quartal einen positiven operativen Cash-Flow von 293 Millionen Euro.

„Wir haben unsere Performance weiter verbessert und im anhaltend schwierigen Umfeld Marktanteile gewonnen. Zudem haben wir weitere Kostensenkungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt und Umsatz wie auch Ergebnis verbessert – vor allem in der Kommunikation und Automobilelektronik. Und das trotz anhaltendem Preisdruck und ungünstigen Marktbedingungen bei Speicherprodukten“, erläuterte Dr. Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG.

Infineon erreichte im abgelaufenen Quartal eine Bruttomarge von 18 Prozent. Im Vorquartal lag dieser Wert bei 21 Prozent, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bei minus 1 Prozent. Der Rückgang gegenüber dem vorausgegangenen Quartal ist im Wesentlichen auf einen hohen Preisdruck, insbesondere bei Speicherchips zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im dritten Quartal insgesamt 237 Millionen Euro oder 17 Prozent vom Gesamtumsatz. Im Vorquartal lag dieser Wert bei 264 Millionen Euro oder 19 Prozent und im vergleichbaren Vorjahreszeitraum bei 318 Millionen Euro. Der Wert im dritten Quartal 2001 enthielt dabei akquisitionsbedingte Aufwendungen für F&E-Projekte in Höhe von 13 Millionen Euro. Der Rückgang der F&E-Aufwendungen reflektiert hauptsächlich die fortgesetzte Optimierung und strategische Fokussierung von F&E-Projekten im Rahmen des Kostensenkungsprogramms.

Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten lagen im abgelaufenen Quartal bei insgesamt 151 Millionen Euro oder 11 Prozent am Gesamtumsatz. Im vorausgegangenen Quartal waren es 165 Millionen Euro oder 12 Prozent, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum 212 Millionen Euro oder 17 Prozent. Der Rückgang der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten ist Ergebnis der Umsetzung des Kostensenkungsprogramms Impact.

Der außerhalb Europas erwirtschaftete Umsatz erreichte einen Anteil von 56 Prozent am Gesamtumsatz. Im vorausgegangenen Quartal lag dieser Wert bei 55 Prozent. Zum 30. Juni 2002 beschäftigte Infineon weltweit rund 29.600 Mitarbeiter, davon etwa 5.100 in der Forschung und Entwicklung.

Ergebnis für den Neunmonatszeitraum


Der Gesamtumsatz lag in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002 bei 3,82 Milliarden Euro und ging damit gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 17 Prozent von 4,59 Milliarden Euro zurück. Das EBIT für die ersten neun Monate lag bei minus 850 Millionen Euro. Darin enthalten ist ein einmaliger Vorsteuergewinn in Höhe von 39 Millionen Euro für den Verkauf des Geschäftsgebiets Infrarot-Komponenten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 lag das EBIT bei minus 142 Millionen Euro, einschließlich eines einmaligen Vorsteuergewinns von 202 Millionen Euro aus dem Verkauf des Geschäftsgebiets „Image und Video“. Der Nettoverlust betrug im abgelaufenen Neunmonatszeitraum 515 Millionen Euro, gegenüber einem Nettoverlust von 68 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Performance der einzelnen Geschäftsbereiche


Im Geschäftsbereich drahtgebundene Kommunikation verbesserte sich der Umsatz im dritten Quartal auf 103 Millionen Euro. Das entspricht einer Zunahme von 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einem Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Ursache für den Umsatzanstieg gegenüber dem vorausgegangenen Quartal lag vor allem im verstärkten Engagement von Infineon, neue Breitband-Zugangsprodukte in Asien einzuführen sowie an der gestiegenen Nachfrage nach Komponenten für Glasfaseranwendungen und hoch entwickelte Glasfaserlösungen. Das EBIT verbesserte sich auf minus 49 Millionen Euro im Vergleich zu minus 66 Millionen Euro im Vorquartal, in erster Linie aufgrund weiterer Kostenreduzierungen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hat der Geschäftsbereich ein EBIT von minus 25 Millionen Euro erzielt.

Die wichtigsten Entwicklungen des dritten Quartals:

  • Festigung der Führungsposition mit Lösungen für VDSL und Ethernet-over-VDSL (10BaseS) in Asien und Japan bei gleichzeitig steigendem Interesse in Europa

  • ADSL-Design-Win für Alcatels Litespan Digital Loop Carrier (DLC)

  • Zunehmende Akzeptanz der nächsten Generation von Glasfaserprodukten (z.B. Small Form Factor (SFF) BIDI Transceiver für Fiber-to-the-Home-Anwendungen, erfolgreiche Design-In-Aktivitäten für 10G Xenpak der nächsten Generation von Ethernet/Fiber-Channel-Systemen)

  • Festigung der Führungsposition im Bereich optische Netze durch weltweit erste erfolgreiche Demonstration einer 40G-Linecard (OC-768) auf der Supercomm (USA) sowie Erweiterung des Produktportfolios mit TenGiPhy™ CMOS Ethernet für WAN/LAN-Anwendungen mit 10 Gbit/s


Der Umsatz des Geschäftsbereichs drahtlose Kommunikation stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1 Prozent auf 211 Millionen Euro. Diese Entwicklung belegt die weiterhin konstante Nachfrage nach Mobilfunkgeräten. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum lag der Anstieg bei 27 Prozent. Das EBIT erreichte 2 Millionen Euro gegenüber einem Minus von 20 Millionen Euro im Vorquartal und einem Minus von 177 Millionen Euro, einschließlich Abschreibungen von Lagerbeständen in Höhe von 84 Millionen Euro, im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Verbesserung des EBIT gegenüber dem vorausgegangenen Quartal ist hauptsächlich auf Kostensenkungen und einen leicht optimierten Produktmix zurückzuführen.

Die wichtigsten Entwicklungen des dritten Quartals:

  • Neue Design-Wins für GPRS/EDGE Basisband-Lösung der nächsten Generation bei bedeutenden asiatischen Mobilgeräte-Herstellern

  • Erfolgreiche Einführung des Dualband-GSM-Mobiltelefons im chinesischen Markt durch Konka - das Gerät basiert auf der kompletten Systemlösung „Platform 2000“ von Infineon

  • Einführung der nächsten Generation der Bluetooth-Einchip-Lösung „BlueMoon Universal“ in 0,13 Mikrometer-CMOS-Technologie; Infineon hat bis Ende Juni 2002 insgesamt mehr als 7 Millionen Bluetooth-Chips ausgeliefert


Der Geschäftsbereich Sicherheits- & Chipkarten-ICs erreichte im dritten Quartal einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung von 33 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einen Rückgang von 17 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Umsatzanstieg basierte hauptsächlich auf verstärktem Absatz von Sicherheits-Controllern für die mobile Kommunikation und Anwendungen im Banksektor. Das EBIT lag bei minus 4 Millionen Euro und verbesserte sich damit gegenüber einem Minus von 21 Millionen Euro im vorausgegangenen Quartal und einem Minus von 35 Millionen Euro im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001, das Abschreibungen von Lagerbeständen in Höhe von 28 Millionen Euro beinhaltete. Die Verbesserung des EBIT im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal geht hauptsächlich auf das gestiegene Umsatzvolumen bei Sicherheits-Controllern und weitere Kostensenkungen zurück.

Die wichtigsten Entwicklungen des dritten Quartals:

  • Infineon hat im Jahr 2001 seine weltweite Führungsposition bei Chipkarten-ICs ausgebaut und seinen Marktanteil gemessen am Umsatz von 34 auf 38 Prozent erhöht (Quelle: Dataquest); zusätzlich zu den reinen Chips hat Infineon bis heute über 2 Milliarden Gehäuse für Chipkarten-ICs produziert

  • Weltweit führende Position bei Projekten im Bereich der Identifikation, unter anderem beim elektronischen Ausweis von Hong Kong und weiteren Chipkarten-Ausweisen in Asien und Europa

  • Lieferabkommen für Chipkarten-ICs mit den MasterCard-Finanzinstitutionen

Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz im Geschäftsbereich Automobil- und Industrieelektronik um 3 Prozent sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf 308 Millionen Euro. Der Anstieg im Vergleich zum Vorquartal beruht vor allem auf der anhaltenden Nachfrage nach Leistungselektronik im Automobil- und Industriesektor sowie auf der positiven Entwicklung im Geschäft mit Hauptplatinen für PCs. Das EBIT erhöhte sich auf 30 Millionen Euro gegenüber 23 Millionen Euro im vorausgegangenen Quartal, ging jedoch im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum von 36 Millionen Euro zurück. Der EBIT-Anstieg gegenüber dem Vorquartal geht im Wesentlichen auf die weiterhin erfolgreiche Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen und die verbesserte Auslastung der Produktionskapazitäten zurück.

Die wichtigsten Entwicklungen des dritten Quartals:

  • Infineon konnte sich 2001 im weltweiten Markt für Automobilelektronik, einschließlich der Unterhaltungselektronik im Auto, auf Position 2 weltweit und in Europa auf Position 1 verbessern, wobei der Bereich gegenüber dem Kalenderjahr 2000 ein Umsatzwachstum von 16 Prozent erzielte

  • Weitere Design-Wins bei Smart Power Modulen für Karosserie- und Komfort-Anwendungen sowie für GPS- und Bluetooth-Applikationen bei bedeutenden Automobilzulieferern

  • Verbesserte Marktposition bei Power-Management und Stromversorgung durch Design-Wins für OptiMOS beim führenden Anbieter von Mikroprozessoren; weiterer Design-Win für DrMOS-Lösungen in Hauptplatinen-Netzteilen bei führendem PC-Hersteller


Der Umsatz des Geschäftsbereichs Speicherprodukte erreichte im dritten Quartal 545 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Quartal und einem Anstieg von 64 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Rückgang im Vergleich zum Vorquartal reflektiert trotz einer Steigerung des Bit-Wachstums den beträchtlichen Preisrückgang gegenüber dem Niveau im zweiten Quartal. Zurückgestellte Lizenzeinnahmen in Höhe von 65 Millionen Euro glichen den Preisrückgang teilweise aus. Das EBIT lag bei minus 17 Millionen Euro und verbesserte sich damit von einem Minus in Höhe von 28 Millionen Euro im vorausgegangenen Quartal und von einem Minus von 340 Millionen Euro im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2001, in dem Abschreibungen für Lagerbestände in Höhe von 81 Millionen Euro enthalten waren. Der geringere Verlust ist hauptsächlich auf weitere Kostensenkungen und die erwähnten Lizenzeinnahmen zurückzuführen.

Die wichtigsten Entwicklungen des dritten Quartals:

  • Erfolgreiche Qualifizierung der 0,14-Mikrometer-Technologie für 256-Mbit-DDR-Module in allen 200mm-Fertigungen und bei führenden OEMs

  • Qualifizierung der 0,14-Mikrometer-Technologie für 256-Mbit-Mobile-RAM-Module: Muster an alle Großkunden im PDA-Segment ausgeliefert; Muster von in 0,14-Mikrometer-Technologie gefertigten 128-Mbit-Grafik-RAM-Modulen für alle bedeutenden Grafikkartenhersteller bereitgestellt

  • Zertifizierung von „1-Gigabyte DDR 266 Reduced Height DIMM“-Modulen durch Intel; Auslieferung der ersten Muster von „1-Gigabyte DDR 333 Reduced Height Registered DIMM“-Modulen an Kunden


Im Geschäftsbereich Sonstige betrug der Quartalsumsatz 106 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einem Rückgang von 20 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Das EBIT lag bei 5 Millionen Euro im Vergleich zu einem Minus von 9 Millionen Euro im Vorquartal und einem Minus von 31 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Bei den Konzernfunktionen lag das EBIT bei minus 74 Millionen Euro. Darin enthalten sind Aufwendungen für nicht ausgelastete Fertigungsanlagen, die keinen operativen Bereichen zugeordnet werden können.

Strategische Highlights


Infineon hat im Juni 2002 im Rahmen einer strategischen Kooperation mit Ericsson vereinbart, das Kerngeschäft von Ericsson Microelectronics zu übernehmen. Damit will Infineon zu einem der größten Zulieferer für Infrastrukturlösungen im Bereich mobile Telekommunikation werden. Darüber hinaus stärkt das Unternehmen seine Position im Bluetooth-Segment deutlich und wird zum strategischen Zulieferer für die Systeme und Mobiltelefonapplikationen von Ericsson. Dazu gehört auch die Lieferung von Bluetooth- und Hochfrequenzmodulen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die entsprechenden Kartellbehörden wird der Abschluss der Transaktion für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2002 erwartet.

Mit Motorola und Agere hat Infineon das Joint Venture StarCore, LLC gegründet. Das Gemeinschaftsunternehmen wird eine offene, nicht-proprietäre Architektur für digitale Signalprozessoren (DSP) entwickeln und lizenzieren. StarCore zielt damit auf künftige Wachstumsmärkte in den Bereichen Mobilkommunikation und Consumer-Elektronik (z.B. Mobiltelefone und Smart-Phones, PDAs, Camcorder, digitale Kameras, usw.).

Infineon hat ferner mit AMD und DuPont Photomasks das Joint Venture AMTC (Advanced Mask Technology Center) in Dresden gegründet. Das Unternehmen entwickelt komplexe lithographische Masken für die Herstellung der nächsten Halbleitergenerationen. Ziel dieser Technologiekooperation ist eine Lithographie-Roadmap für den Bereich unter 100 Nanometer (nm) bei reduzierten Entwicklungskosten, kürzeren Entwicklungszyklen und mit direktem Zugang zur modernen Maskenfertigung.

Darüber hinaus hat Infineon mit dem taiwanischen Unternehmen Nanya Technologies ein Memorandum of Understanding (MoU) für die Entwicklung und Fertigung von Speicherchips unterzeichnet. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Infineon seine hoch entwickelte DRAM-Trench-Technologie für die Produktion von 300mm-Wafer an Nanya lizenzieren. Die beiden Unternehmen planen zudem eine Forschungs- und Entwicklungskooperation für die 90nm- und 70nm-Technologie und haben den gemeinsamen Bau einer neuen 300mm-Fertigung in Taoyuen/Taiwan für Ende 2003 vereinbart.

Infineon fährt derzeit seine 300mm-Fertigung in Dresden hoch, ebenso wie das Joint Venture ProMOS in Hsinchu/Taiwan. Infineon hat bei 300mm-Wafern bereits eine Ausbeute von über 90 Prozent funktionsfähiger Chips erzielt. Es ist geplant, am Standort Dresden bis zum Ablauf des Geschäftsjahres etwa 16.000 Wafer-Starts pro Monat zu erzielen. Infineon geht davon aus, dass die Kosten der DRAM-Produktion aufgrund der erhöhten Produktivität durch den vollständigen Umstieg auf die 0,14-Mikrometer-Technologie und das Hochfahren der 300mm-Fertigung in den nächsten Quartalen kontinuierlich gesenkt werden.

Ausblick für 2002


Die Marktentwicklung für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2002 zeigt Anzeichen einer moderaten Nachfragesteigerung. Infineon erwartet jedoch, dass die schwierigen Marktbedingungen mit starkem Preisdruck in den meisten Geschäftsbereichen des Unternehmens auch in den kommenden Monaten anhalten werden. Allerdings geht Infineon davon aus, aufgrund seiner Produkt- und Anwendungsfokussierung sowie der weiterhin verbesserten Kostenstruktur gut positioniert zu sein und seine Marktanteile sogar in einem schwierigen Umfeld weiter auszubauen.

Nach dem starken Preisrückgang im Bereich Speicherprodukte, der auf die saisonal bedingte Marktschwäche im April und Mai 2002 zurückzuführen ist, haben sich die Preise zum Ende des dritten Geschäftsquartals erholt. Aufgrund der steigenden Bit-Nachfrage nach Speichermodulen Ende Juni war Infineon in der Lage, das Bit-Volumen im Vergleich zum zweiten Quartal zu steigern. Infineon erwartet einen weiteren Nachfrageanstieg in Abhängigkeit einer positiven Entwicklung zum Beginn des neuen Schuljahres, des jährlichen Weihnachtsgeschäfts und der nächsten Erneuerungszyklen für PC- und Infrastrukturinvestitionen der Unternehmen.

Im Mobilfunkmarkt erwartet Infineon ein moderates Wachstum, das im Wesentlichen durch die weitere Einführung von GSM/GPRS-Mobiltelefonen gefördert wird. Das Unternehmen geht zudem für die nächsten Quartale von einem signifikanten Wachstum im Bereich der Bluetooth-Applikationen aus. Das weltweite Bluetooth-Marktvolumen für das Jahr 2002 wird auf über 45 Millionen Einheiten geschätzt.

Infineon erwartet eine kontinuierliche Erholung im Markt für Sicherheits- & Chipkarten-ICs. Während die Nachfrage in der mobilen Kommunikation weiter moderat bleibt, wird das Wachstum vor allem von den Bereichen Bankwesen, Identifikation und Unterhaltung getragen. Aufgrund des vom starken Wettbewerb geprägten Marktumfelds geht das Unternehmen jedoch davon aus, dass der hohe Preisdruck in diesem Segment weiter anhalten wird.

Der Markt für Telekommunikationsinfrastruktur bleibt voraussichtlich weiterhin schwierig, da die Investitionen in diesem Segment weltweit stark zurückgehen. Marktschätzungen zufolge beträgt der Rückgang im Vergleich zu 2001 etwa 30 Prozent. Infineon ist jedoch der Ansicht, dass der Markt für Breitband-Zugangslösungen (ADSL/VDSL) auch im Jahr 2002, insbesondere in Asien und Japan, ein leichtes Wachstum verzeichnen wird.

Die weltweite Automobilproduktion wird laut Marktexperten im Jahr 2002, besonders in Europa, geringfügig rückläufig sein. Infineon geht jedoch davon aus, dass der Geschäftsbereich Automobilelektronik von seiner strategischen Positionierung bei führenden Kunden und neuen Applikationen wie Telematik und Infotainment sowie höheren Standards in den Bereichen Sicherheit, Karosserie und Komfort profitieren wird. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass sich der Trend zu einer weiteren Konsolidierung von Automobilherstellern und Zulieferern weiter verstärkt.

„Im abgelaufenen Quartal konnten wir eine weitere Verbesserung der Nachfrage in der Kommunikation und Automobilelektronik verzeichnen. Darüber hinaus haben wir unser Produktportfolio weiter optimiert und unsere strategischen Partnerschaften für Technologieentwicklung, System-Know-how und Fertigung wesentlich erweitert. Damit sind wir gut vorbereitet, um weiter zu wachsen und die Marktanteile in unseren Kernsegmenten zu erhöhen“, fasste Dr. Schumacher zusammen.

Telefonkonferenzen


Am 19. Juli 2002 um 15:30 Uhr wird Infineon Technologies eine telefonische Pressekonferenz zu den Ergebnissen des dritten Geschäftsquartals 2002 in deutscher Sprache veranstalten. Um 16:15 Uhr wird Infineon eine englischsprachige Telefonkonferenz veranstalten, um Analysten über die Performance des Unternehmens zu informieren. Beide Telefonkonferenzen werden live und als Download auf der Website von Infineon unter www.infineon.com verfügbar sein.


Dieser Quartalsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Infineon beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u.a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Infineon ist weder geplant noch übernimmt Infineon die Verpflichtung dazu.

Informationsnummer

INFXX200207.123e

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