Guide E-Mobilität: Alles, was Sie wissen müssen

Klimafreundlich und emissionsfrei: Elektroautos sind ein wichtiger Teil der Verkehrswende und gelten damit als das Fortbewegungsmittel der Zukunft. Planen Sie, auf ein batteriebetriebenes Fahrzeug umzusteigen, und fragen sich, wo und wie Sie laden können oder wie viel der Unterhalt kostet? In unserem Verbraucher-Guide zum Thema E-Mobilität finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Kauf eines Elektroautos: Finanzielle Vorteile und Kaufanreize

Elektroautos sind in der Anschaffung in aller Regel zwar teurer als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor. Andererseits erhalten Käufer von Elektroautos in vielen Ländern eine staatliche Förderung.

Welche finanziellen Vorteile ergeben sich beim Kauf eines Elektroautos in Deutschland?

  • Die Bundesregierung Deutschland bezuschusst den Kauf eines Elektrofahrzeugs mit einer Umweltprämie: Für ein vollelektrisches Fahrzeug gibt es derzeit zwischen 5.000 Euro und 6.000 Euro, für einen Hybriden bis zu 4.500 Euro. Die Fördersätze gelten allerdings nur für Pkws, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden.
  • Für batteriebetriebe Fahrzeuge mit einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2020, entfällt die Kraftfahrzeug-Steuer für die darauffolgenden zehn Jahre. Die Steuerbefreiung gilt auch für einen Halterwechsel innerhalb dieses Zeitraums. Hybrid-Fahrzeuge sind von dieser Regelung ausgeschlossen.
  • Auch die jeweiligen Landesregierungen unterstützen die Verkehrswende: In vielen Bundesländern gibt es bei der Installation von privaten Wallboxen einen finanziellen Zuschuss.
  • Tipp: Fragen Sie vor dem Kauf auch bei den jeweiligen Herstellern nach. Diese bieten Käufern von Elektroautos häufig attraktive Zusatzprämien an.

So regeln das andere Länder

Die Förderung von Elektroautos ist auch weltweit hoch im Kurs: In den USA entfallen beim Kauf eines Stromers alle Bundessteuern, die wiederum abhängig vom Kraftstoffverbrauch sind. Norwegen schafft zum Beispiel einen zusätzlichen Kaufanreiz, indem die Regierung die 25-prozentige Mehrwertsteuer auf Elektroautos erlässt. Der positive Effekt dieses Steuervorteils: In Norwegen ist der Preis eines Elektroautos auf dem Niveau eines vergleichbaren Verbrenners.

Laden von Elektroautos: Das sollten Sie wissen und beachten

Halter von Elektrofahrzeugen können ihren fahrbaren Untersatz auch zu Hause laden. Allerdings stellt sich hier unweigerlich die Frage: Kann ich eigentlich jeder bei sich zu Hause ein Elektroauto laden? Ja, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Prinzipiell gilt, eine Elektrofachkraft muss die mögliche Installation einer Ladesäule erstmal prüfen. Bei älteren Gebäuden kann es durchaus vorkommen, dass das Laden von Elektroautos mit hoher Leistung nicht möglich ist. In diesem Fall muss der Hauseigentümer nachrüsten oder auf öffentliche Ladestationen ausweichen.

Wo und wie lade ich ein Elektroauto zu Hause?

Der schnellste und effektivste Weg ist die Installation einer speziellen Wandladestation für Elektroautos, einer sogenannten Wallbox mit einem 400-Volt-Starkstromanschluss. Diese befindet sich idealerweise in der heimischen Garage oder im Carport und hängt direkt an der elektrischen Stromversorgung des Hauses. Die Wandladestation verfügt aktuell meist über einen Typ-2-EU-Stecker, der beim Ladevorgang mit dem E-Auto verbunden wird.

Vorsicht: Das Laden des Elektroautos über eine Haushaltsteckdose st nur dann bedenkenlos möglich, wenn die Leitung fachgerecht installiert ist. Ansonsten besteht das Risiko, dass Stromkabel, Stecker oder Steckdose überhitzen.

Wie lange lädt ein Elektroauto?

Die genaue Ladezeit hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die Ladeleistung, die Akkukapazität eines Elektrofahrzeuges, die Ladephase und die Ladequelle.

Die Ladezeit lässt sich wie folgt berechnen: Ladezeit = Batteriekapazität/Ladeleistung.

Die Ladeleistung ist ein wichtiger Richtwert für die Ladezeit und die Reichweite eines Elektroautos. Um diese zu berechnen, benötigen Sie die Anzahl der Phasen, die der Anschluss an Ladestation bereitstellt. Dabei unterscheidet man zwischen ein- oder dreiphasigen Anschlüssen.

Die Ladeleistung berechnet sich wie folgt: Ladeleistung = Zahl der Phasen * Spannung (V) * Stromstärke (A)

Weitere Faktoren hierbei sind:

Je größer die Kapazität des Akkus, desto länger dauert sein Ladevorgang. Das Elektroautomodell eines französischen Automobilherstellers mit 40 kWh-Batterie aufzuladen nimmt etwa doppelt so viel Zeit in Anspruch wie bei seinem Vorgängermodell mit 22 kWh. Dafür ist die Reichweite mit einem größeren Akku höher, wenn auch nicht gleichzeitig doppelt so hoch, denn es kommt unter anderem darauf an, wie langsam oder schnell das Auto fährt. Bei vielen E-Fahrzeugen ist es möglich, zwischen verschiedenen Akkuausführungen auszuwählen.

Bei einem Lithium-Ionen-Akku dauert die letzte Ladephase am längsten. Bis etwa 80 Prozent seiner Kapazität lädt dieser Akku-Typ sehr schnell. Danach geht es deutlich langsamer voran. Der Grund: Die Batterie wird bis 80 Prozent mit ansteigender Spannung bei gleicher Stromstärke geladen. Nach 80 Prozent der Ladung bleibt der Spannungsanstieg aus und die Stromstärke nimmt langsam ab. Generell bleiben Lithium-Ionen-Akkus länger leistungsfähig, allerdings nur dann, wenn sie möglichst „flache“ Ladezyklen verarbeiten. Von 40 Prozent auf 60 Prozent zu laden schont die Batterie deutlich besser als von 10 Prozent auf 100 Prozent zu laden.

Es gibt unterschiedliche Ladequellen mit unterschiedlicher Leistung – je mehr Leistung eine Quelle bietet, desto schneller geht der Ladevorgang vonstatten. Die Zeitspanne der einzelnen Ladequellen lässt sich dabei jedoch nicht genau festlegen, da die Quelle nur einer von mehreren Faktoren ist.

Hier eine Übersicht der unterschiedlichen Ladequellen:

  • Eine normale Steckdose liefert eine Leistung von 3,7 Kilowatt
  • Eine gängige Wallbox hingegen 11 Kilowatt
  • Öffentliche Normal-Ladestationen verfügen in der Regel über eine Leistung von 22 Kilowatt
  • Schnell-Lader laden Gleichstrom mit einer Leistung von 50 Kilowatt
  • Ultraschnell-Lader liefern sogar eine Leistung von 150 bis 350 Kilowatt

Was Sie über Ladestationen für Elektroautos wissen müssen

Ladesäulen sind für Elektrofahrzeugen essentiell, um fahren zu können. Doch beim Laden gibt es einiges zu beachten – dazu gehört nicht nur der Ablauf eines Ladevorgangs, sondern auch die Bezahlung und die damit verbundenen Kosten.

Wie funktioniert das Laden von Elektroautos an Ladestationen?

An die Zapfsäule fahren, tanken und weiterfahren: Das Laden an einer öffentlichen Ladestation ähnelt im Prinzip dem bislang bekannten und herkömmlichen Tankvorgang eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor – Sie sollten nur etwas mehr Zeit mitbringen.

So funktioniert der Ladevorgang:

  1. Identifikation mit der Ladekarte:

In den meisten Fällen müssen sie sich mit der Ladekarte des Stromanbieters identifizieren. Sollte dies nicht der Fall sein, haben Sie sofort Zugriff auf die Ladedose.

  1. Anschließen:

Das Auto wird mit Ladestation verbunden. Dies erfolgt über ein Ladekabel an der Station oder über das eigene. Nutzen Sie Ihr eigenes, müssen Sie darauf achten, dass zuerst das Kabel mit der Ladestation verbunden wird und danach erst mit dem Fahrzeug. In Deutschland hat sich der Typ-2-Stecker, der sogenannte Mennekes-Stecker, etabliert. Dieser ist gilt als einheitlicher Standard für Ladesäulen in ganz Europa.

  1. Laden:

Sobald der Ladevorgang beginnt, wird das Kabel an der Ladestation verriegelt. Nachdem das Laden abgeschlossen ist, ziehen Sie zuerst den Stecker am Fahrzeug und danach das Ladekabel an der Station

Was kostet das Laden von Elektroautos?

An Tankstellen kann der Autofahrer den Kraftstoffpreis vor dem Tankvorgang an der Anzeige ablesen. Das ist bei Ladestationen für Elektrofahrzeuge etwas anders. Wie viel Sie für Ihre Ladung zahlen, hängt sowohl vom Betreiber der Ladestation als auch vom Stromanbieter ab. In ganz Europa gibt es viele verschiedene Betreiber von Ladesäulen mit unterschiedlichen Abrechnungssystemen und Stromanbietern.

Die Abrechnung hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Ladezeit:
    Es wird nicht nur die reine Ladezeit abgerechnet, sondern die gesamte Zeit, die Ihr E-Auto an der Ladesäule angeschlossen ist.
  • Lademenge:
    Die Abrechnung erfolgt gemäß der Lademenge, also pro Kilowattstunde (kWh).
  • Grundgebühr:
    Neben der Ladezeit und Lademenge, ist bei vielen Anbietern eine zusätzliche monatliche Grundgebühr fällig.
  • Startgebühr:
    Beim Starten des Ladevorgangs wird ein einmaliges Entgelt fällig.

Neben den Gebühren der Ladesäulen-Betreiber unterscheidet sich der Strompreis deutlich innerhalb der EU. Pro Kilowattstunde können zwischen 0,10 Euro und 0,89 Euro fällig werden − abhängig vom aktuellen Strompreis des jeweiligen Landes und ob es sich um eine öffentliche oder private Ladestation handelt. Nutzen Sie den Strom in den eigenen vier Wänden, zahlen Sie in Deutschland durchschnittlich 30 Cent pro Kilowattstunde. Für einen BMW i3 mit 42-kWh-Akku wären das 12,60 Euro für eine komplette Ladung, die wiederum einer durchschnittlichen Reichweite von rund 260 Kilometern entspricht.

Wie bezahlt man an öffentlichen Ladestationen?

An kostenpflichtigen Ladepunkten gibt es verschiedene Möglichkeiten zu bezahlen. Seit März 2019 schreibt die Ladesäulenverordnung (LSV) sogar die technischen Standards vor, die das Bezahlen regeln und vereinfachen sollen.

  • Bezahlung mit Ladekarte
    Einige Betreiber bieten Ihren Kunden eine eigene Kundenkarte an, die oftmals über einen Chip für kontaktloses Bezahlen verfügt. Da sich die meisten Anbieter häufig zu einem großen Partner-Netzwerk zusammenschließen, können Sie mit nur einer Tankkarte bundesweit an vielen Ladestationen bezahlen.
  • Zahlung mit EC- oder Kreditkarte
    Die Bezahlung per EC- oder Kreditkarte ist an Ladepunkten ebenfalls möglich, jedoch müssen Sie sich als Nutzer meist vorab authentifizieren oder für diese Zahlmethode registrieren. Eine einfache Bezahlung ohne Anmeldung, wie beispielsweise an einem Parkautomaten, gibt es nur selten.
  • Zahlung per Smartphone-App
    Das digitale Bezahlen über eine Smartphone-App wird bei Betreibern immer beliebter. Hierbei scannen Sie den QR-Code an der Ladesäule und bezahlen mit der hinterlegten Zahlungsmethode.
  • Zahlung per SMS
    Eher selten ist die Möglichkeit, den aufgeladenen Strom per SMS zu bezahlen. Hierfür müssen Sie bei Ihrem Mobilfunkbetreiber die entsprechenden Mehrwertdienste freischalten lassen, damit Ihr Strom über das Prepaid-Guthaben oder Ihren Mobilfunkvertrag abgerechnet werden kann.

Wo finde ich Ladestationen für Elektroautos?

Es gibt zahlreiche interaktiven Landkarten mit eingezeichneten Ladestationen. Diese werden von Herstellern, Energieversorgern und anderen Institutionen ins Netz gestellt, wie unter anderem das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur.

Auch für das Smartphone sind mittlerweile viele Apps, wie clever-tanken, EnBW mobility+ und chargeEV auf dem Markt, die Sie zu den Ladestationen in Ihrer Umgebung leiten. Ein weiterer Helfer auf der Suche nach der nächstgelegenen Ladesäule sind moderne Navigationsgeräte, die über entsprechendes Kartenmaterial verfügen.

Wie viele Ladestationen gibt es in Deutschland?

Je mehr Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, desto höher wird der Bedarf an Ladestationen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft spricht von 24.000 öffentlich zugängliche Ladestationen – das sind fast 50 Prozent mehr als noch im Jahr 2018.

Und die Ladeinfrastruktur soll in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden: Bis 2022 sind in Deutschland über 50.000 neue „Stromtankstellen“ geplant und bis 2030 will die Bundesregierung sogar eine Million neue Ladepunkte schaffen.

Wie viele Ladestationen gibt es in Europa?

Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur im europäischen Raum schreitet weiter voran. In der EU gibt es bereits rund 173.000 öffentliche E-Ladestationen. Auf Platz eins liegen die Niederlande, mit insgesamt 43.730 E-Ladesäulen, gefolgt von Norwegen und Luxemburg. Weltweit soll es bis Ende 2020 rund 13 Millionen Ladestationen geben.

Wie viele E-Autos und Ladestationen gibt es in den außereuropäischen Ländern China, USA und Japan?

Die Zahl der weltweit zugelassenen Elektroautos hat 2019 insgesamt einen neuen Rekordwert erreicht: Es waren rund 7,9 Millionen Elektrofahrzeuge registriert, was einen Zuwachs von 40 Prozent bedeutet. Im Vorjahr waren es noch knapp 2,3 Millionen.

  • Der Weltmeister im Bereich Elektromobilität ist China. Das Land bleibt nicht nur Spitzenreiter in der Produktion von Batteriezellen, sondern ist auch bei der Zulassung von E-Fahrzeugen ganz weit vorne: Fast 4 Millionen Elektroautos sind auf den chinesischen Straßen unterwegs. Dementsprechend groß ist das Netz der Lademöglichkeiten. In China gibt es 808.000 Ladepunkte, davon sind 330.000 öffentlich. Der Anteil der öffentlichen Schnelllader beträgt 36 Prozent. Bis Ende 2020 sind im Reich der Mitte über 4,8 Millionen Ladepunkte geplant.
  • In den USA stehen 1,4 Millionen Elektrofahrzeugen rund 67.500 öffentliche Ladestellen zur Verfügung, davon sind 14 Prozent Schnelllader. Im US-Bundesstaat Maryland hat sogar die erste Tankstelle Zapfsäulen für fossilen Kraftstoff vollständig durch Elektro-Ladestationen ersetzt.
  • Die Elektroauto-Offensive läuft auch in Japan auf Hochtouren: 2019 gab es 300.000 Fahrzeuge. Im weltweiten Vergleich ist Japan damit an vierter Stelle hinter China, den USA und Norwegen. Die Regierung möchte bis 2020 etwa 2 Millionen öffentliche Ladestationen, darunter 5.000 Schnellladestationen, installieren.

Wann lohnt sich ein Hybrid-Auto?

Das Wort „hybrid“ bedeutet „von zweierlei Herkunft“ und somit bezieht ein Hybrid-Auto seine Energie aus zwei unterschiedlichen Quellen: in der Regel einen Elektro- sowie einen Verbrennungsmotor.

Ein Hybridantrieb hat vor allem zwei Vorteile:

  • einen geringen Spritverbrauch als ein Verbrenner
  • eine bessere Beschleunigung als ein Verbrenner

Ob und wie sehr sich der Kauf eines Hybridautos lohnt, hängt vor allem vom entsprechenden Einsatzgebiet ab. Insbesondere in Ballungszentren und im Stadtverkehr sparen Hybrid-Autos jede Menge Energie gegenüber reinen Verbrennungsmotoren ein. Längere Fahrtstrecken auf der Autobahn können hingegen einen größeren Verbrauch bedeuten, da bei höheren Geschwindigkeiten vorwiegend der Verbrennungsmotor im Einsatz ist und Hybridautos wegen der doppelten Antriebstechnik mehr wiegen.

Was ist der Unterschied zwischen Hybrid, Plug-In-Hybrid- und Elektroauto?

Im Vergleich zu reinen Elektroautos haben Hybridautos aufgrund des zusätzlichen Verbrenners nicht nur eine aufladbare Batterie an Bord, sondern auch einen Tank für fossile Brennstoffe. Das erhöht die Reichweite. Anders als ein reines Hybridfahrzeug verfügt der Plug-In-Hybrid wiederum über eine Batterie mit höherer Kapazität. Diese Batterie lädt sich nicht nur über zurückgewonnene Bremsenergie auf, sondern kann auch elektrischen Strom aus einer Steckdose beziehen.

In unserer Discovery zum Thema Hybrid-Auto erfahren alles, was Sie zu dieser alternativen Antriebstechnologie wissen müssen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Umwelt und des Fraunhofer-Instituts haben Elektroautos über ihre Nutzungsdauer hinweg eine deutlich positivere Treibhausgasbilanz (CO2- Bilanz)als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Verglichen mit einem sparsamen Dieselfahrzeug liegt der CO2-Vorteil eines Elektroautos derzeit bei 16 Prozent, gegenüber einem modernen Benziner sogar bei 27 Prozent. Gemäß den Berechnungen des Umweltbundesamtes bleiben batteriebetriebene Fahrzeuge dahingehend auch künftig auf der Überholspur: Ein Elektroauto, das 2025 neu zugelassen wird, soll 32 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein Dieselauto verursachen und sogar 40 Prozent weniger als ein Benziner.

Bei anderen Umweltwirkungen ergibt sich ein differenzierteres Bild: Der ausgestoßene Feinstaub und der Rohstoffaufwand sind bei Elektroautos höher als bei Verbrennern.

Letztendlich kommt es bei einer Gesamtbetrachtung auf die Gewichtung und Abwägung der einzelnen Faktoren, wie die Strombereitstellung, CO2-Emission, Fertigung und die Verschrottung an.

Die Technologie rund um Elektromobilität ist im Vergleich zur Verbrennertechnik noch sehr jung. Daher gibt es bisher keine repräsentativen Langzeitstudien. Im Gegensatz zu einem Verbrenner punktet das Elektroauto allerdings schon jetzt mit weniger Bauteilen, die verschleißen können. Dennoch müssen auch Elektrik und Fahrwerk regelmäßig gewartet werden, um auftretende Mängel schnell zu erkennen. Der Fokus liegt dabei besonders auf dem teuersten und wichtigsten Bestandteil des Elektroautos: dem Akku. Hersteller geben für Batterien heutiger Bauart eine Laufleistung von 100.000 bis 160.000 Kilometern an. Das entspricht einer Lebensdauer von acht bis zehn Jahren und rund 500 bis 1.000 Ladezyklen. Ein schwächelnder Akku bedeutet aber nicht gleich das Ende des E-Autos. Die Batterie kann in den meisten Fällen repariert oder erneuert werden.

Wer ein Auto fährt, muss es versichern. Für Elektroautos ist, wie bei allen Pkws mit Verbrennungsmotor, nur die Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Die Haftpflichttarife berechnen sich unter anderem nach der Motorleistung, dem Fahrzeugmodell und dem Alter des Fahrers. Manche Versicherer bieten auch günstigere Tarife für umweltfreundliche Fahrzeuge an. Teilkasko- oder Vollkaskoversicherungen können optional abgeschlossen werden, sind in der Regel allerdings etwas teurer als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor

Bei Stromern kommt es außerdem noch auf den Akkumulator an. Tipp: Achten Sie darauf, dass der Schutz des Akkus in der Kaskoversicherung vollständig abgedeckt ist. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie die Batterie zusätzlich versichern.

Was kostet ein Elektroauto im Unterhalt?

Steuern, Strom, Versicherung und Instandhaltung: Ähnlich wie bei einem Benziner oder Diesel sind das die zentralen Unterhaltskosten, die Sie auch für ein Elektrofahrzeug einplanen müssen. Je nach Land variieren diese natürlich. Als konkretes Beispiel werden deshalb die anfallenden Fixkosten eines E-Autos innerhalb Deutschlands betrachtet.

Der Steuersatz eines konventionellen Pkw wird nach Hubraum und Emissionen ermittelt. Bei einem E-Auto besteuert der Fiskus nach zulässigem Gesamtgewicht (zGG): Je schwerer das Auto, desto höher der Steuersatz.

  • Bis maximal 2.000 Kilo zulässige Gesamtmasse: 5,62 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr
  • Bis maximal 3.000 Kilo zulässige Gesamtmasse: 6,01 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr
  • Bis/mehr als 3.500 Kilo zulässige Gesamtmasse: 6,39 Euro pro angefangene 200 Kilo und Jahr

Das heißt, dass für einen BMW i3 mit einem zulässigen Gesamtgewicht von rund 1.800 Kilogramm, insgesamt 50,63 Euro Steuern pro Jahr fällig sind. Bei einer Erstzulassung bis Ende 2020 sparen Sie sich die Kfz-Steuer für die kommenden zehn Jahre. In diesem Fall wären das 506,30 Euro.

Ein Elektroauto benötigt regelmäßig seinen „elektrischen Treibstoff“. Hierbei haben Sie verschiedenen Möglichkeiten, um den Wagen zu laden. 

  • Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eigene Parkplätze zum kostenfreien Laden der Elektroautos an. Dieser geldwerte Vorteil muss nicht versteuert werden. Heißt: Den täglichen Arbeitsweg bezahlt in diesem Punkt der Arbeitgeber.
  • Auch an öffentlichen Plätzen, wie in der Nähe von Autohäusern, Supermärkten und Einkaufszentren, haben Sie gute Chancen auf kostenfreies Laden.
  • Bei kostenpflichtigen Ladepunkten kann, je nach Tarif und Abrechnungsart, das Laden des Elektroauto bis zu 0,89 Euro pro kWh betragen.
  • Eine günstige und preisstabile Alternative ist der Strom in den eigenen vier Wänden: Mit durchschnittlich 30 Cent pro Kilowattstunde ist der Haushaltsstrom über eine Wallbox oder die Steckdose deutlich günstiger als bei vielen öffentlichen Ladesäulen.

Weniger Verschleißteile bedeutet auch weniger Wartungsarbeiten: Besitzer eines Elektroautos sparen hochgerechnet über acht Jahr bei den Wartungskosten durchschnittlich 1.300 Euro. Außerdem haben Sie bei manchen Herstellern die Möglichkeit eine Batterie zu leasen. Das heißt: Sie kaufen diese nicht mit dem Fahrzeug, sondern mieten sie zu einem monatlichen Fixpreis. Wenn die Akkukapazität nachlässt, wird die Batterie kostenfrei getauscht. Hat die Batterie ihren Dienst erfüllt und kann nicht mehr recycelt werden, kann der Verbraucher die Batterie zum Händler zurückbringen oder sie bei Wertstoffhöfen abgeben.

Der Strom stammt sowohl aus erneuerbaren Energien, wie Wind- und Photovoltaikanlagen, als auch aus fossilen Quellen, wie Braun- sowie Steinkohle, Erdgas und Kernkraft. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lag 2019 der Energieanteil aus regenerativen Quellen erstmals bei 44 Prozent. Bis 2030 sollen insgesamt 65 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen zu stammen. Viele Stromversorger bieten Ihren Kunden außerdem spezielle Ökostromtarife.

Je erfolgreicher die Mobilitätswende, desto mehr Ökostrom braucht Deutschland.
Die gute Nachricht: Das deutsche Stromnetz hält einem Elektromobilitäts-Boom auch künftig stand. Laut dem ADAC reicht die Stromversorgung schon jetzt aus, um 10 Millionen Stromer mit Energie zu beliefern. Zum Vergleich: Derzeit fahren lediglich 136.600 Elektroautos auf deutschen Straßen

Nach dem Austausch einer Batterie besitzt diese in der Regel noch bis zu 70 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Eine Entsorgung ist in diesem Fall weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Deshalb beginnt für viele ausgetauschte Batterien ein zweiter Lebensabschnitt, etwa als stationärer Speicher für Solar- und Windstrom.

Alle Autos, die eine Zulassung erhalten, müssen ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren. Das ist gesetzlich vorgegeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Fahrzeug mit Benzin, Diesel, Erd- oder Flüssiggas oder eben mit einer Batterie betrieben wird. Bei einem Elektrofahrzeug ist die Beschädigung der Batterie am kritischsten. Deshalb wird diese durch den Hersteller besonders geschützt. Im Falle eines Unfalls wird der Stromfluss sofort unterbrochen, um Überspannung und Kurzschluss zu verhindern. Der ADAC bestätigt, dass keines der aktuellen E-Modelle bislang bei einem Crashtest negativ aufgefallen ist. Die Sicherheit von Elektroautos ist wegen der optimierten Crashstruktur im Fahrzeug sogar oftmals besser als bei Verbrennern.

In einem Elektroauto ist standardmäßig eine Lithium-Ionen-Batterie verbaut. Das empfohlene Temperaturfenster für die optimale Leistungsfähigkeit einer solchen Batterie liegt zwischen 15 und 35 Grad Celsius. Wird bei kalten Temperaturen die Heizung hochgedreht, kostet das Energie und die Reichweite des E-Autos sinkt.

Bei Temperaturen über der 35-Grad-Marke reduziert sich die Lebensdauer der Batterie deutlich. Eine Lösung ist die Verwendung von Thermomanagement-Systeme, die sowohl kühlen als auch heizen – diese sind aber nicht bei jedem Elektroauto-Modell automatisch an Bord.

Letzte Aktualisierung: Juli 2020

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