Talente – Potenziale entfalten

Talent Management ist uns sehr wichtig. Dabei geht es darum, die Talente unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erkennen, weiterzuentwickeln und zum Einsatz zu bringen. Vier verschiedene Karrierepfade stehen dazu zur Auswahl. Darüber hinaus investieren wir in diverse Förderprogramme, Schulungsangebote und Netzwerke, mit denen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den richtigen Weg bringen können. Diese erfolgen nicht nur von der Konzernzentrale in München aus, sondern wir steuern von Asien aus mehrere globale HR-Funktionen.

Was macht die Idee von Netzwerken so spannend in einer Welt, in der Unternehmensstrukturen sich immer mehr öffnen und Branchengrenzen verschwimmen?

Hochqualifizierte Talente kommunizieren weltweit in Communitys, Netzwerke prägen die Arbeitswelt. Wir brauchen Mitarbeiter, die diese Chancen im Alltag nutzen, die abteilungs- und branchenübergreifend agieren, Daten kombinieren und interpretieren, kreativ sind und gleichzeitig unternehmerisch denken.

Severine Fiegler Head of HR Talent Network

Vier Karrierepfade zum Erfolg

60 Kolleginnen und Kollegen wurden in feierlichem Rahmen im Casino Regensburg geehrt. Grund dafür war deren Förderung auf der Technical-Ladder- und der Projektleiterkarriere sowie in den Führungskreis.

Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich bei Infineon weiterentwickeln möchten, stehen ihnen vier Wege offen, die sie einschlagen können: die Individual-Contributor-Karriere, die Managementkarriere, die Projektleiterkarriere und die Technical-Ladder-Karriere.

  • Die Individual-Contributor-Karriere ist der Standardkarrierepfad bei Infineon. Er bietet sich an für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihrer Expertise in einem speziellen Unternehmensbereich, wie zum Beispiel im Einkauf oder Vertrieb, zum Erfolg von Infineon beitragen.
  • Die Managementkarriere richtet sich an die Führungspersonen bei Infineon. Der Fokus liegt auf dem Management und der Leitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Geschäftsbereichen.
  • Die Projektleiterkarriere ist bestimmt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Jobs das Projektmanagement und das Leiten von Projektteams erforderlich machen. Passgenaue Lernmöglichkeiten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer optimieren letztlich auch die Qualität unserer Projekte.
  • Die Technical-Ladder-Karriere richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Beitrag durch spezielles technisches Know-how leisten, und bietet so zielgerichtete Entwicklungsmöglichkeiten.

Alle vier Karrierepfade sind gleichwertig und ein Wechsel zwischen den verschiedenen Pfaden ist immer möglich. Dadurch können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre individuellen Präferenzen, Kenntnisse und Fähigkeiten mit den strategischen Bedürfnissen des Unternehmens abgleichen und entwickeln.

Auch in Warstein wurden dieses Jahr jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geehrt, die auf einem der vier Karrierepfade die nächste Stufe erklommen haben.

Wie wir Lernen gestalten

Möchte man sich beruflich weiterentwickeln, braucht man ein entsprechendes Lernangebot. Schließlich profitiert auch das Unternehmen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten kontinuierlich ausbauen. Infineon stellt daher ein breites Angebot an Programmen und Initiativen zur Verfügung. Bewährt hat sich dafür die 70-20-10-Philosophie.

Wir sind davon überzeugt, dass 70 Prozent des Lernens „on the job“, 20 Prozent „near the job“ und 10 Prozent „off the job“ stattfinden sollten. „On the job“ heißt: in der Praxis, durch Erfahrung – etwa immer größere Herausforderungen im Laufe der Karriere. „Near the job“ heißt: durch Austausch mit anderen, durch gegenseitiges Anleiten und Unterstützen. Und „off the job“ heißt: in strukturierten Trainings, Workshops und Seminaren sowie durch E-Learning.

Diese drei Arten zu lernen ergänzen sich und haben einen wichtigen Einfluss auf die persönliche Weiterentwicklung. Mit 70 Prozent ist es eindeutig, dass das Lernen in der Praxis am wichtigsten ist. Denn nur wenn die Möglichkeit besteht, Lerninhalte im echten Leben anzuwenden und zu erfahren, werden sie nachhaltig aufgenommen.

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Weiterbildung ist uns viel wert: Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir 12,2 Millionen Euro (2016: 10,1 Millionen Euro) in die Fortbildung investiert.
Insgesamt haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1.067.178 Trainingsstunden absolviert (2016: 1.177.170). Ein Blick auf die Verteilung der Trainingsstunden in der Hierarchie zeigt, dass wir Beschäftigte aller Funktionen und Ebenen erreichen konnten.

Wir haben seit etlichen Jahren ein Erfolgsrezept: die Organisation klar aufstellen, Verantwortlichkeiten aufteilen, die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die passende Funktion setzen und dann in sie investieren.

Jochen Hanebeck Member of the Management Board

Und wie hat sich unser Lernangebot im Laufe der Zeit entwickelt? Die zunehmende Digitalisierung erlaubt es uns, Lernen immer individueller und personenorientierter zu gestalten. Lernangebote werden mobil abrufbar, kürzer und schneller. Daran arbeiten wir auch bei Infineon. Wir wollen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Führungspersonen ein breites Angebot zur Verfügung stellen, aus dem sie sich einfach nach Bedarf bedienen können. Somit kann sich jeder bei Infineon einen auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenen Lern- und Entwicklungsplan zusammenstellen.

Tutoring, Coaching und Mentoring

Oft sind es nicht theoretische Methoden und Kompetenzen, sondern vielmehr persönliche Erfahrungen, die uns weiterbringen. Dabei ist es sehr wertvoll, einen Unterstützer an der Seite zu haben – sei dies ein erfahrener Ratgeber oder ein Sparringspartner. Tutoring, Coaching und Mentoring sind verschiedene Konzepte, mit denen wir uns gegenseitig unterstützen, austauschen und Wissen teilen.

Tutoring

Erfahrene Beschäftigte stehen jüngeren oder neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite und betreuen sie fachlich und mit Sozialkompetenz. Das ist immer hilfreich – nicht nur, wenn man gerade die Position gewechselt hat.

Coaching

Kommen externe zertifizierte Ausbilder zu Hilfe, spricht man von Coaching. Nicht nur in Problemsituationen oder bei beruflichen Herausforderungen, sondern auch im Alltag leisten sie Unterstützung und helfen der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter mit den richtigen Tools, wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen zu erweitern.

Mentoring

Mentoring ist das Zusammenbringen einer erfahrenen und einer weniger erfahrenen Person als Mentor und Mentee. Mit einem gemeinsam definierten Programm arbeiten beide über ein Jahr gemeinsam auf ein individuelles Ziel hin. Es geht dabei um berufliche Fragen und daran angelehnt auch um Persönlichkeitsentwicklung. Im Unterschied zum Coach ist der Mentor üblicherweise nicht eigens für seine Tätigkeit ausgebildet, sondern verfügt über einen deutlichen Erfahrungs- und Wissensvorsprung. Infineon setzt stark auf diese Art des Förderns und Lernens.

Cross-Mentoring und Reverse-Mentoring

Wie machen es die Kollegen aus anderen Unternehmen? Beim Cross-Mentoring finden sich Mentoren und Mentees aus unterschiedlichen Unternehmen zusammen, um sich auszutauschen und so ihre Fähigkeiten und Perspektiven zu erweitern. Der Fokus liegt zurzeit auf der Förderung von weiblichen Führungspersonen am Standort München, die sich in ihrer Position oder Karriere weiterentwickeln möchten. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sowohl auf Mentoren- als auch auf Mentee-Seite sehr positiv.


Beim Reverse-Mentoring dagegen unterweist ein jüngerer Mentee einen erfahrenen Mentor in bestimmten Themenfeldern und baut damit eine Brücke zwischen den Generationen. Dies findet aktuell in Asien statt.

Géraldine Picaud, Member of the Supervisory Board of Infineon Technologies AG, besuchte unseren Standort in Indien und hielt eine inspirierende Ansprache an alle Mitarbeiterinnen vor Ort. Sie betonte, wie wichtig Mentoring sei, damit Frauen in Führungspositionen kommen: „Frauen inspirieren Frauen!“ Sie empfahl allen, sich eine Mentorin oder einen Mentor im Unternehmen zu suchen, um die eigenen Stärken und Talente zu entdecken und den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu gehen. Sich einen starken Support-Kreis aufzubauen sei immer der beste Karrieretipp, erklärte sie. Laut Géraldine Picaud haben Frauen viele natürliche Führungsqualitäten, die sie mit Mut, Entschlossenheit, Disziplin und etwas Glück verstärken können. „Verbindet eure Privat- und Arbeitswelten, um erfolgreiche Managerinnen zu werden, und lebt ein glückliches, erfülltes Leben“, riet sie ihren Zuhörerinnen.

Unsere Akademien

Beim „Trainer Recognition Day“ in Singapur erhielten 88 interne Trainerinnen und Trainer aus Asien eine Auszeichnung des Managements. In diesem Jahr haben insgesamt 514 interne Trainerinnen und Trainer bei verschiedenen Schulungen mitgewirkt und mit 17.000 Stunden zur Fortbildung von Infineon-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in Asien beigetragen.

Für verschiedene Geschäftsbereiche haben wir bei Infineon unsere eigenen Akademien aufgebaut, um das Lernen zu bündeln und zu organisieren. In unseren Akademien geht es um den Aufbau fachlicher Kompetenzen, etwa in Einkauf und Verkauf, Fertigung und Qualitätsmanagement. Derzeit gibt es insgesamt elf sogenannte funktionale Akademien. Zum Einsatz kommen hauptsächlich interne Trainerinnen und Trainer, die sich bereit erklärt haben, ihr Wissen mit ihren Kolleginnen und Kollegen zu teilen und so eine selbstmotivierte Lernkultur zu fördern.

Werner Kanert erhielt kurz vor seinem Ruhestand als Erster überhaupt den AEC Lifetime Achievement Award, der sein herausragendes Engagement würdigt. Das AEC (Automotive Electronics Council) ist das wichtigste Standardisierungsgremium für automotive Halbleiterprodukte. Der Award gilt dem konstanten wegweisenden Beitrag zur Entwicklung des AEC und der Automobilindustrie. Sein Wissen weiterzugeben – nicht nur als Trainer, sondern auch im Berufsalltag – war für Werner Kanert immer eine Selbstverständlichkeit.

Natürlich freue ich mich, dass mein eigenes Wirken im AEC wertgeschätzt wird, weil ich so zu zuverlässigen Halbleiterkomponenten im Auto beitrage. Aber vor allem beweist mir diese Auszeichnung, dass Infineon die weltweit besten Produkte entwickelt, weil die kompetentesten Teams am Werk sind.

Werner Kanert