Als die Pandemie Anfang 2020 ausbrach, stand Infineon – wie viele andere Unternehmen auch – vor der Herausforderung, in zwei Bereichen blitzschnell zu reagieren. Zum einen ging es darum, unseren Führungskräften auf pragmatische, praktische und kreative Weise Krisenmanagement- und Remote-Leadership-Kompetenzen zu vermitteln. Wir mussten ihnen helfen, in extrem unbeständigen Zeiten auch aus der Entfernung Vertrauen aufzubauen, Arbeitsstrukturen neu zu organisieren und mittels digitaler Technologien zusammenzuarbeiten, ohne an Dynamik zu verlieren. Zum anderen haben wir unser Führungskräftetraining-Portfolio überarbeitet, das bisher in Form hochwertiger, bewährter Präsenzveranstaltungen angeboten wurde.
Um Spannungen abzubauen und eine sichere Führung bei der Umstellung auf Homeoffice zu gewährleisten, haben wir mehrere einstündige Upskilling-Sessions zu den Themen „Remote Leadership“ und „Zusammenarbeit in einer Remote-Umgebung über Webex“ bereitgestellt. Mehr als 2.000 Führungskräfte nahmen an diesen Sessions teil. Dasselbe wurde auch einer noch größeren Zahl von Mitarbeiter*innen angeboten: „Von zu Hause arbeiten – Tipps und Best Practices“.
Parallel dazu haben wir viele Führungskräfteschulungen überarbeitet, um komplett virtuelle Versionen bereitzustellen. Diese neuen Formate in Form von Breakout-Sessions, Peer-Assignments und Veranstaltungen zur aktiven Einbindung der Mitarbeiter*innen sowie mehrere Tool-Lösungen wurden überaus positiv von den Infineon-Führungskräften aufgenommen.
Mit einem bunten On-Demand-Mix an Enablement-Formaten wie beispielsweise kurzen einstündigen Upskilling-Sessions, mehrtägigen Führungskräfteschulungen, Lesematerialien für das Selbststudium, virtuellen On-Demand-Lernangeboten mit LinkedIn-Learning und unseren ganz eigenen „Learning-Nuggets“ (einseitige Lernformate, bei denen je eine spezifische Frage beantwortet wird) konnten wir den wachsenden Enablement-Bedarf decken.
Neben der Virtualisierung der Leadership-Trainings für die breitere Führungskräftegruppe bei Infineon haben wir in Zusammenarbeit mit der Business-School INSEAD ein maßgeschneidertes, hochexklusives General-Management-Programm speziell für das obere Management entwickelt. Ab Oktober 2021 können unsere Topmanager am IGMP (Infineon General Management Program) teilnehmen. Dieses sechsmonatige Programm konzentriert sich auf die Themen persönliche Führungskräfteentwicklung, Organisationsdesign und exzellente Kernprozesse für Innovation. Darüber hinaus umfasst es ein General-Management-Toolkit.
Wir benötigen ein Ziel, einen Plan, um dieses Ziel zu erreichen, und einen klaren Fokus auf die Ergebnisse.
Wir müssen uns selbst führen – das ist die Voraussetzung, um auch andere erfolgreich führen zu können. Wir müssen unsere Kompetenzen als Führungskräfte in allen Dimensionen weiterentwickeln, um angemessen auf künftige Herausforderungen zu reagieren Und wir sind dafür verantwortlich, unsere Team zu befähigen, erfolgreich zu sein.
Die größte Fusion in unserer Geschichte hat die Infineon-Familie um 6.000 neue Mitarbeiter*innen anwachsen lassen – und uns vor die Herausforderung gestellt, all diese neue Kolleg*innen onzuboarden. Hinzu kam, dass wir uns nicht persönlich treffen, Onboarding-Events veranstalten oder Townhall-Meetings organisieren konnten, um unsere neuen Kolleg*innen mit unseren wichtigsten Frameworks, unserer Mission und Vision, den Elementen unserer Unternehmenskultur sowie ihren täglichen Aufgaben und Todos im neuen Unternehmen vertraut zu machen. Innerhalb von drei Monaten haben wir eine komplett virtuelle und interaktive globale Onboarding-Plattform auf die Beine gestellt, die jetzt allen neuen Mitarbeiter*innen, People-Manager*innen und Praktikant*innen/Werkstudent*innen bei Infineon zur Verfügung steht. Die Onboarding-Journey ist nicht inhaltlich, sondern eher zeitlich strukturiert. Mit anderen Worten: Wir stellen Informationen zur Verfügung, die für die jeweilige Woche relevant sind. In der ersten Woche etwa geben wir neuen Kolleg*innen Tipps, wie sie sich in unserer IT-Umgebung einrichten, alle Pflichtschulungen absolvieren und die Geschichte von Infineon kennenlernen können.
In der dritten Woche stellen wir ihnen unsere Performance- Management- und relevanten Entwicklungs- oder Führungskräfteschulungen vor, die sie absolvieren müssen.
Begleitet wird der komplette Prozess von persönlichen Zitaten und Aussagen sowie Tipps und Tricks von Infineon-Mitarbeitenden, die Einblicke in unsere Unternehmenskultur geben. Die Resonanz zur globalen Onboarding-Journey ist überwältigend: Neue Kolleg*innen beschreiben sie als extrem interessante und interaktive Plattform, die sie aktiv in unsere Prozesse einbindet.
Anfang 2021 haben wir unser ambitioniertes „Careers Project“ gestartet. Wenn wir das Wachstum unseres Unternehmens, die zunehmende Marktdynamik sowie Megatrends wie die Digitalisierung betrachten, so glauben wir, dass die Karrierelandschaft bei Infineon künftig einen noch größeren Beitrag zur Strategieumsetzung leisten sollte. Unser künftiges Karriereumfeld soll wie folgt aussehen:
1) Skalierbar und geschäftsorientiert, um den Anforderungen eines Technologieführers in sehr dynamischen Märkten gerecht zu werden
2) Integriert und benutzerfreundlich, um sich schnell an neue Gegebenheiten anzupassen und ein positives Mitarbeiter*innenerlebnis sicherzustellen
3) Klar und attraktiv, um Kandidat*innen zu überzeugen und für uns zu gewinnen
Wir schaffen ein inspirierendes berufliches Umfeld, das die individuelle Entwicklung fördert und zum Unternehmenserfolg beiträgt. Das alles gelingt uns mit einem klaren Commitment: Wir konzentrieren uns auf unsere HR-Kund*innen – nämlich unsere Mitarbeiter*innen und Führungskräfte – und wir generieren einen Mehrwert für Infineon.
Wir bieten einfache, integrierte und nutzungsfreundliche Lösungen. Wir denken und handeln mutig und zukunftsorientiert.
Wir möchten unser Projektziel auf Basis von fünf Lösungen durch einen iterativen Ansatz erreichen. Nach Entwurf einer Lösung werden eigens dafür gebildete Gruppen von Mitarbeiter*innen und Führungskräften eingeladen, diese zu testen und ihr Feedback zu geben. Im Rahmen der folgenden globalen Roll-out-Phasen werden alle beteiligten Infineon-Kolleg*innen Schritt für Schritt mit den neuen Lösungen vertraut gemacht.
Am 1. Dezember fiel der Startschuss für ARISE, die Artificial-Intelligence(AI)-Initiative von Infineon Singapore. Ziel ist es, in allen Geschäftseinheiten die Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) voranzutreiben und Infineon Singapore bis 2023 zu einem Zentrum für KI-Innovationen innerhalb der Infineon-Welt zu machen.
ARISE Ist ein wichtiger Baustein bei der Transformation von Infineon Singapore in ein globales Innovationscenter für künstliche Intelligenz. Diese Initiative basiert auf der Überzeugung, dass wir mithilfe von KI eine bessere Zukunft gestalten können.
Wir unterstützen die Mitarbeitenden von Infineon Singapore, KI-Lösungen über alle Unternehmensfunktionen hinweg zu entwickeln. Mehr als 1.000 Angestellte werden in diversen KI-Kompetenzen unterschiedlichen Niveaus geschult und rund 25 einzelne KI-Projekte werden bis 2023 implementiert. Die Initiative zielt auch darauf ab, Talente mit Nischenfähigkeiten im KI-Bereich zu gewinnen und weiterzuentwickeln.
HR spielt eine entscheidende Rolle für das „R“ in ARISE, das auf Reskilling und die digitale Transformation der Belegschaft auf Basis von drei Fokusbereichen abzielt:
Schaffung eines Growth-Mindset, Aufbau von Kompetenzen und Verbesserung der Performance.
Wir haben virtuelle Lern-Events veranstaltet und eine Pilotversion einer mobilen Anwendung auf Basis von Digital Nudges eingeführt, um es Angestellten zu ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen und die Nutzung von KI voranzutreiben.
Infineon Singapore wird sich durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen, Start-ups und Institutionen auch aktiv mit den dynamischen Halbleiter-, Elektronik-, Bildungs- und Innovationsökosystemen in Singapur austauschen.
Die Digitalisierung spielt für alle Aspekte unseres Unternehmens eine wesentliche Rolle. Daher ist das Streben nach Wissen und Innovation integraler Bestandteil unseres Schaffens und extrem wichtig für uns. Gleichzeitig steigt auch – bedingt durch die Notwendigkeit, mit dem technologischen Fortschritt mitzuhalten – die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiter*innen. Wir haben verschiedene Trainingskonzepte entwickelt, um digitale Kompetenzen und Kenntnisse aufzubauen und somit unseren Angestellten effektives Arbeiten in dieser neuen digitalen Umgebung zu ermöglichen. Beispiele sind die Lernprogramme „Basic Digital Skills“ und „HR Digital Skills“. Diese dienen dazu, Büromitarbeitenden digitale Kompetenzen zu vermitteln und die Nutzung von Entwicklungsmöglichkeiten zu steigern.
Über das Büro hinaus haben Digitalisierung und Prozessautomatisierung auch gewaltige Auswirkungen auf die Kompetenzen, die unsere Mitarbeiter*innen in Produktionsstätten brauchen. Für uns als Unternehmen ist es extrem wichtig, in die Weiterbildung der gesamten Organisation zu investieren und alle Angestellten beim Aufbau digitaler Kompetenzen zu unterstützen. Daher haben wir im Sommer 2020 das Lernprogramm „Digital Skills at Productions Sites“ (digitale Kompetenzen in Produktionsstätten) gestartet, um die wachsende Nachfrage nach digitalen Kompetenzen und Soft Skills im Fertigungsbereich zu decken.
Vor zwei Jahren hat Infineon seine Online-Learning-Plattform LinkedIn-Learning eingeführt. Seitdem können alle Büroangestellten bei Infineon mit LinkedIn-Learning denkbar einfach die Kompetenzentwicklung in ihre tägliche Arbeit integrieren. Da der Erfolg bei unseren Büromitarbeiter*innen so groß war, haben wir uns das Ziel gesetzt, der gesamten Belegschaft Möglichkeiten zum Aufbau digitaler Kompetenzen zu bieten. Deshalb haben wir LinkedIn-Learning im vergangenen Geschäftsjahr schrittweise an unterschiedlichen Produktionsstätten eingeführt.
Startschuss für den Roll-out von LinkedIn-Learning für Produktionsmitarbeitende waren zwei Pilotprojekte in Asien und Europa. Dabei haben wir in enger Zusammenarbeit mit der Produktionsleitung an den Standorten einen Lehrplan entwickelt, Infrastrukturen für das digitale Lernen bereitgestellt und mit der Schichtleitung besprochen, wie wir LinkedIn-Learning am besten in die täglichen Arbeitsroutinen integrieren können.
Seit dem Start des Pilotprojekts „Digital Skills at Productions Sites“ (digitale Kompetenzen in Produktionsstätten) wurde LinkedIn-Learning an elf Produktionsstandorten eingeführt. Um dieses digitale Angebot in der Produktionsumgebung bereitstellen zu können, mussten wir in erster Linie eine spezielle Lerninfrastruktur einrichten. Infineon hat in die nötige technische Ausrüstung (z. B. Laptops) investiert und eine Lerninfrastruktur in Form von Lernstationen oder Schulungsräumen zur Verfügung gestellt.
Um Unterstützung und Orientierung bei den Lerninhalten zu bieten, haben wir unterschiedliche Lernpfade innerhalb von LinkedIn-Learning kuratiert. Diese Lernpfade sind auf die Anforderungen dreier unterschiedlicher Zielgruppen innerhalb der Produktion zugeschnitten (Betrieb, Wartung, Teamleitung). Alle Pfade umfassen Soft-Skill-Kurse sowie Industrie-4.0-Content, um unsere Angestellten mit den Kompetenzen auszustatten, die sie künftig brauchen werden.
Um sich über die Fertigung vom Wettbewerb zu differenzieren, ist nichts Geringeres als Perfektion nötig.
Ein erfolgreicher Übergang zur Industrie 4.0 beginnt damit, allen betroffenen Angestellten Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Kompetenzen zu bieten. Damit ein solcher Veränderungsprozess funktionieren kann, sind engagierte und leidenschaftliche Mitarbeiter*innen nötig. Das zeigt wieder einmal:
Es sind die Menschen, die den Unterschied machen.