Die Infineon-Aktie
> Infineon-Aktie stärker als der Halbleitermarkt.
Die Infineon-Aktie verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Kursanstieg von 14 Prozent. Dagegen fielen der Dow Jones US Semiconductor Index um 5 Prozent und der Philadelphia Semiconductor Index um 4 Prozent. Der europäische Index Dow Jones Stoxx 50, mit einem Anstieg von 13 Prozent, wurde leicht geschlagen. Lediglich der Dax legte im Berichtsjahr mit einem Wachstum von 19 Prozent kräftiger zu. Haupttreiber für diese Kursentwicklung waren die Ausgliederung und der Börsengang des Speicherbereichs unter dem Namen Qimonda, eine freundliche Entwicklung der Preise für DRAM-Speicherchips, ein deutlicher Margenanstieg im Bereich Automobil-, Industrieelektronik & Multimarket (AIM) sowie die Gewinnung von insbesondere LG und Samsung als Neukunden im Bereich Kommunikationslösungen (COM). Verstärkte Übernahmetätigkeit und Konsolidierung in der Halbleiterindustrie unterstützten ebenfalls die Entwicklung des Infineon-Aktienkurses.
Die Infineon-Aktie bewegte sich zu Beginn des Geschäftsjahrs seitwärts in einem Korridor zwischen 7,50 und 8,50 Euro. Die Aktie verharrte bis Februar 2006 in diesem Korridor, zurückgehalten auch durch einen starken Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise im Segment Speicherprodukte. Mit der Trendwende der durchschnittlichen Verkaufspreise im Speicherbereich zu Beginn des Kalenderjahrs 2006 und der Meldung einer zweistelligen Marge vor Zinsen und Steuern im Bereich AIM für das zweite Fiskalquarta erholte sich der Infineon-Aktienkurs. Der Gewinn von Samsung als neuem Großkunden für Hochfrequenzchips im dritten Fiskalquartal wirkte sich ebenfalls positiv aus. Der Infineon-Aktienkurs erreichte am 8. Mai 2006 das Jahreshoch von 9,95 Euro. Der Börsengang des Speicherbereichs am 9. August 2006 unter dem Namen Qimonda und die gleichzeitig weiterhin freundliche Entwicklung der Speicherpreise sowie der Gewinn von LG als Kunden für Basisbandprozessoren haben dieses höhere Niveau auch nach dem Erreichen des Höchstkurses unterstützt. Allerdings trübte die Nachricht von der Insolvenz unseres Hauptkunden bei Prozessoren für Mobiltelefone, der deutschen Niederlassung von BenQ Mobile, die Kursentwicklung zum Ende des Geschäftsjahrs. Dies war auch ausschlaggebend für die leicht schlechtere Kursentwicklung der Aktie im Vergleich zum Dax. Per Ende September 2006 erreichte die Infineon-Aktie einen Kurs von 9,35 Euro, im Vergleich zu 8,18 Euro zum Ende des Vorjahrs.
Nach der Ausgliederung des Speicherbereichs konzentriert sich die Bewertung von Infineon zunehmend auf das verbleibende Geschäft und damit auf die Bereiche AIM und COM. Zunehmend addieren Marktteilnehmer zu dem geschätzten fairen Wert für diese Aktivitäten den Börsenwert der bei Infineon verbleibenden Qimonda-Beteiligung hinzu, um den geschätzten fairen Wert der Infineon-Aktie zu ermitteln. Wir rechnen mit einem Fortbestand dieser Tendenz zumindest so lange, wie das von uns gehaltene Aktienpaket im Umfang signifikant bleibt.
Auch das Handelsvolumen spiegelt den positiven Trend des Aktienverlaufs wider. Es stieg im Geschäftsjahr 2006 um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Xetra, dem Frankfurter Börsenparkett, und an den deutschen Regionalbörsen wurden im Durchschnitt täglich 10,1 Millionen Infineon- Aktien gehandelt. Die Handelsumsätze der Infineon-Aktie betrugen ca. 1,8 Prozent des Dax 30-Handelsumsatzes im Zeitraum des Geschäftsjahrs 2006. Somit bewegt sich die Aktie bei den Handelsumsätzen im Mittelfeld (Platz 19) der Dax 30-Unternehmen. Besonders erwähnenswert ist die Erhöhung des durchschnittlichen Handelsvolumens pro Tag an der New York Stock Exchange. Etwa 818.000 American Depositary Shares (ADS) wurden dort täglich gehandelt, was einem Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Entwicklung wird auch durch die erhöhte Anzahl der amerikanischen Aktionäre unterstützt.
Seit dem Geschäftsjahr 2006 pflegt Infineon seine weltweiten Kontakte zu Investoren und Analysten ausschließlich von Deutschland aus und wird dies auch 2007 mit vollem Engagement verfolgen.
Infineon zahlt keine Dividende
Vorstand und Aufsichtsrat können der Hauptversammlung keine Dividendenzahlung vorschlagen, da die Muttergesellschaft des Konzerns, die Infineon Technologies AG, keinen Bilanzgewinn ausweist. Der entsprechende Bilanzverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr beträgt 2.103 Millionen Euro (Vorjahr: 1.546 Millionen Euro).
Aktionärsstruktur
Im Berichtsjahr haben sich wesentliche Änderungen und Verschiebungen in der Aktionärsstruktur ergeben. Die Siemens AG hat sich am 23. März 2006 von ihrem 18,23 Prozent-Anteil der Infineon-Aktien getrennt. Zum Ende des Geschäftsjahrs sind dem Unternehmen drei Investoren aus den USA mit einem Aktienanteil von rund 5 Prozent vom Streubesitz bekannt: Brandes Investment Partners mit 5,13 Prozent, Dodge and Cox International Stock Fund mit 5,07Prozent und Capital Group International mit 4,10 Prozent.
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