Prozessingenieur

Unsere Prozessingenieure analysieren und bewerten Effizienz, Qualität und Sicherheit unserer Produkte. Was diesen Job so spannend macht erzählt unsere Kollegin Andrea Landgraf aus Dresden im Interview.

"Ich finde mögliche Kontaminierungen und optimiere den Produktionsprozess." Andrea Langraf, Prozessingenieurin
"Was man auf dem Monitor sieht? Die rotgefärbten Gebiete deuten auf eine metallische Kontamination hin. In diesem Fall war eine unserer Anlagen mit Eisen auffällig."
Unser Kollege Marcus erzählt von seiner Tätigkeit als Prozessingenieur in der Lithographie
Unser Kollege Marcus erzählt von seiner Tätigkeit als Prozessingenieur in der Lithographie

Überblick: Aufgaben & Anforderungen

Als Prozessingenieur prüfen und optimieren Sie die Prozesse der Produkterstellung in verschiedenen Produktionsumgebungen. Das Ziel Ihrer Arbeit ist es, die Effizienz, Qualität und Sicherheit von Produkten zu analysieren und zu bewerten. Auf der Grundlage Ihrer Analyseergebnisse können Sie dann fundierte Empfehlungen an das Produktteam aussprechen – zum Beispiel zu relevanten Prozessänderungen, Materialanpassungen oder dem Austausch von Gerätschaften.

Ihre Aufgaben bestehen aus:

  • Sie übernehmen für Ihren Bereich die Prozessverantwortung.
  • Sie entwickeln Verfahren und Prozesse weiter.
  • Dabei implementieren Sie Fertigungsvorgaben und qualitätsrelevante Prozessparameter.

Das bringen Sie mit:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium in einem naturwissenschaftlichen Studiengang
  • Sie verstehen es, mit Ideen und Lösungen Wert zu erzeugen und sind aufgeschlossen für neue Herangehensweisen.
  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Andrea Landgraf, Prozessingenieurin in Dresden

Ich betreue in der Produktion die nasschemischen Prozesse. Durch diese können mit einer speziellen Reinigung partikelarme Oberflächen hergestellt werden. Außerdem können Stukturen erzeugt werden, indem maskierte Schichten geätzt und Lackschichten durch photolithographische Prozesse entfernt werden.

Ich entwickle neue und optimiere bestehende Verfahren. Und ich kümmere mich um Abweichungen: zum Beispiel, wenn zu viele Partikel auf der Siliziumscheibe sind.

Viel mache ich von meinem Rechner aus. Zum Beispiel stelle ich die Parameter der Ätz- und Reinigungsanlagen ein und werte diese aus. Natürlich gehe ich auch in den Reinraum zu den Anlagen und chemischen Bädern und sehe dort nach dem Rechten. Dazu muss ich mich natürlich abschminken - wegen der Partikel! :-)

Sehr oft lasse ich Versuche an der Anlage aufbauen, um entweder Probleme zu beheben oder eine Optimierung zu finden.

Neben der täglichen operativen Arbeit bin ich auch in Projekte eingebunden. Ein aktuelles Beispiel ist die Erarbeitung von Entscheidungshilfen für das Vorgehen nach Waferbruch: Wie soll mit den verbliebenen Scheiben aus dem Los verfahren werden und wie können wir die Überwachungsmechanismen verbessern?

Als Prozessingenieurin muss ich unter Druck sauber arbeiten und brauche eine gewisse Belastbarkeit, da wir es oft mit vielen Themen gleichzeitig zu tun haben. Der Fertigungsprozess hat immer Vorrang und muss stabil laufen. Das heißt, ich muss flexibel genau dann schnell reagieren, wenn erste Anzeichen von Instabilität auftreten.

Ich arbeite mit Kollegen aus vielen verschiedenen Bereichen und unterschiedlichem Vorwissen. Es ist also unerlässlich, gut und gern zu kommunizieren. Es ist außerdem wichtig, dass man Prioritäten setzen kann. Ein gewisses Maß an Beharrlichkeit braucht man auch: man muss diese auch umsetzen können.

Und in der Nasschemie braucht man natürlich einen Hintergrund in Chemie.

Ich arbeite seit zehn Jahren in diesem Feld und es wird nicht langweilig. Es gibt immer wieder neue Technologien, für die maßgeschneiderte nasschemische Prozesse erarbeitet werden müssen. Und es kommen immer wieder neue Probleme auf, die es zu beheben gilt.

Die Fehlersuche ist fast wie detektivische Arbeit. Es macht mir Spaß, die Ursachen zu finden und an Verbesserungen zu arbeiten – gerade auch in Zusammenarbeit mit den Spezialisten aus anderen Bereichen. Ich kann sehr eigenverantwortlich arbeiten und meine Arbeitszeit in gewissem Rahmen flexibel gestalten. Das schätze ich sehr!

Ich empfinde Infineon als sehr familienfreundlich und komme gern mit meinem Mann und meinem Kind zu Festen.

Was ich nicht so sehr mag? Manche Probleme erweisen sich als sehr hartnäckig, besonders wenn es mit Partikelkontaminationen zu tun hat. Der Weg zur Lösung kann dann langwierig sein und führt erst über viele Fehlversuche zum Erfolg.

Als Kind wollte ich Lehrerin werden, dann überlegte ich Medizin zu studieren. Schließlich wurde es ein Chemiestudium. Nach meiner Promotion an der Uni Leipzig bin ich zu Infineon in Dresden gekommen und arbeite hier seit zehn Jahren.