Effizientere Elektronik durch Kondensatoren auf dem Chip; Forschungsvorhaben „MaxCaps“ unter Projektleitung Infineons angelaufen

Presseinformation zum europäischen Forschungsprojekt MaxCaps

04.11.2009 | Fachpresse

Neubiberg, 4. November 2009 – Wie elektronische Geräte, beispielsweise in Automobilen, noch kompakter und zuverlässiger werden, erforschen 17 Unternehmen und Forschungsinstitute aus der Halbleiter- und Automobilindustrie im europäischen Projekt „Materialien für extrem hohe integrierte Kapazitäten“ (MaxCaps). Infineon Technologies ist Projektkoordinator der fünf deutschen Partner. Am MaxCaps-Projekt arbeiten Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland und den Niederlanden im Rahmen des europäischen Programms MEDEA+ und des IKT 2020-Programms der Bundesregierung.


Die Erkenntnisse der MaxCaps-Forschungstätigkeiten, die bis August 2011 laufen, sind die Grundlage dafür, Kondensatoren mit hoher Kapazität auf Silizium-Chips zu integrieren. Bisher müssen diese als separate diskrete Bauteile mit entsprechend hohem Platzbedarf auf der Leiterplatte verbaut werden. Die Projektpartner erforschen deshalb Alternativen zu den bisher bei der Chipherstellung als Dielektrikum verwendeten Materialien Siliziumdioxid und Siliziumnitrid. Man will neue isolierende Materialien mit einer hohen Dielektrizitätskonstante von mindestens 50 und die dazugehörigen Abscheideprozesse entwickeln.


Ziel des Forschungsprojektes ist es, bis zu 30 Prozent der heute auf Leiterplatten verbauten diskreten Kondensatoren einzusparen. Je nach Anwendung ließe sich damit der für diskrete Kondensatoren auf Leiterplatten benötigte Platz halbieren. Zusätzlich verbessern integrierte Kondensatoren wegen der geringeren Anzahl von Lötverbindungen auf der Leiterplatte die Zuverlässigkeit von Elektroniksystemen. Von den geringeren Abmessungen der Leiterplatte werden vor allem solche Anwendungen profitieren, bei denen es darauf ankommt, Platz zu sparen. Das trifft für Steuergeräte im Automobil genauso zu wie für mobile Geräte, z. B. Mobiltelefone.


Die deutschen Projektpartner Aixtron AG, Continental AG, IHP - Leibniz Institut für innovative Mikroelektronik, R3T GmbH und Infineon werden ihre Forschungsergebnisse am Beispiel eines Kondensatornetzwerks für eine Getriebesteuerung im Automobil nachweisen. Die im Auto üblichen extremen Umgebungsbedingungen mit typischen Temperaturzyklen von -40 °C bis 125 °C, starken Vibrationen und hohen Beschleunigungen sollen die Leistungsfähigkeit der neuen Materialien ausloten.


Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Programms IKT 2020 mit einem Beitrag von 2,75 Millionen Euro gefördert. Ziel des IKT 2020-Programmes ist unter anderem, das Anwendungsspektrum von Elektronik zu erweitern und mit neuartigen Materialien die Entwicklung hochwertiger Produkte zu ermöglichen.


MaxCaps-Projektpartner

Die 17 Forschungspartner sind Hersteller von Chemikalien und Abscheideanlagen, Halbleiterhersteller, Systemlieferanten der Automobilindustrie, Forschungseinrichtungen und Hochschulen: Air Liquide (Frankreich), AIXTRON (Deutschland), Analog Devices (Irland), ASMI (Belgien, Frankreich, Finnland), Bronkhorst High-Tech B.V. (Niederlande), CEA-LETI (Frankreich), Continental (Deutschland), IHP - Leibniz Institut für innovative Mikroelektronik (Deutschland), IMEC (Belgien), Infineon Technologies (Deutschland), NXP (Niederlande, Belgien), Oxford Instruments (UK), R3T (Deutschland), SAFC Hightech (UK), STMicroelectronics (Frankreich), Technische Universität von Eindhoven (Niederlande), Tyndall National Institute (Irland) und die Universität von Helsinki (Finnland).

Über Infineon

Die Infineon Technologies AG bietet Halbleiter- und Systemlösungen, die drei zentrale Herausforderungen der modernen Gesellschaft adressieren: Energieeffizienz, Kommunikation sowie Sicherheit. Mit weltweit rund 29.100 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2008 (Ende September) einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist in Frankfurt unter dem Symbol „IFX“ und in den USA im Freiverkehrsmarkt „OTCQX International Premier“ unter dem Symbol „IFNNY“ notiert.

Informationsnummer

INFXX200911.006