Infineon meldet Rekordergebnis für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres

26.07.2000 | Fachpresse

  • Umsatz steigt im dritten Quartal im Jahresvergleich um 67 Prozent auf 1,83 Mrd. Euro; 19 Prozent Steigerung gegenüber dem zweiten Quartal

  • Quartals-EBIT steigt durch deutliche Produktivitätssteigerungen auf 366 Mio. Euro und verbessert sich um 352 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum; 45 Prozent Steigerung gegenüber dem zweiten Quartal

  • Quartalsüberschuss erhöht sich auf 266 Mio. Euro; eine Steigerung von 235 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 82 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal



München, 26. Juli 2000 – Die Infineon Technologies AG (FSE/NYSE: IFX), eines der weltweit führenden Halbleiterunternehmen, das seit 19. Juni auch im DAX geführt wird, hat Rekordergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate (bis zum 30. Juni 2000) bekannt gegeben. Der Umsatz im dritten Quartal stieg auf 1,83 Mrd. Euro, das entspricht einer Steigerung von 19 Prozent gegenüber dem vorausgegangenen Quartal bzw. von 67 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Jahres 1999. Dieser beträchtliche Umsatzanstieg ist zurückzuführen auf die starke Nachfrage in allen Marktsegmenten, insbesondere im Kommunikations- und im Speichergeschäft. Das EBIT stieg im dritten Quartal auf 366 Mio. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal und einer Verbesserung um 352 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein verbessertes Preisgefüge sowie eine erhöhte Produktion aufgrund ausgebauter Fertigungskapazitäten und erheblicher Produktivitätssteigerungen trugen wesentlich zu den guten Ergebnissen bei.

Der Quartalsüberschuss stieg um 82 Prozent auf 266 Mio. Euro gegenüber 146 Mio. Euro im zweiten Quartal und um 235 Mio. Euro gegenüber dem dritten Quartal 1999. Basierend auf dem gewichteten Mittel der im Umlauf befindlichen Aktien betrug der Gewinn pro Aktie im dritten Quartal 0,43 Euro. Im zweiten Quartal lag der Gewinn pro Aktie bei 0,24 Euro, im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres bei 0,05 Euro.

Dr. Ulrich Schumacher, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies, kommentierte das Geschäftsergebnis wie folgt: „Infineon hat das Gewinnwachstum auch im dritten Quartal weiter beschleunigt. Wir steigern unsere Produktivität nachhaltig und optimieren unser Technologie-Portfolio, um Produkte anzubieten, bei denen sich höhere Margen realisieren lassen.“

Die Konzentration auf Produktivitätssteigerungen führte zu einer weiteren Verbesserung der Margen im abgelaufenen Quartal. Die Bruttomarge stieg im dritten Quartal auf 41 Prozent gegenüber 39 Prozent im zweiten Quartal und 28 Prozent im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sanken auf neun Prozent des Quartalsumsatzes gegenüber zehn Prozent im Vorquartal und 13 Prozent im dritten Quartal 1999. Die Investitionen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im dritten Quartal 2000 auf 237 Mio. Euro. Infolge des starken Umsatzanstiegs in diesem Quartal erhöhten sich die FuE-Investitionen im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres zwar absolut um 37 Prozent, sanken aber im Verhältnis von 16 auf 13 Prozent des Quartalsumsatzes.


Neunmonatsergebnis



In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2000 stieg der Umsatz auf 4,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem Wachstum von 68 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum und übertrifft bereits den Gesamtumsatz des Geschäftsjahres 1999 um 670 Mio. Euro. Infineon setzte seine Globalisierungsstrategie erfolgreich um und erwirtschaftete die Hälfte seines Umsatzes außerhalb Europas. Japan verzeichnete mit 247 Prozent das größte Wachstum, gefolgt von Amerika/NAFTA mit 130 Prozent und dem asiatisch-pazifischen Raum (ohne Japan) mit 109 Prozent. In Europa stieg der Umsatz um 35 Prozent. Zum 30. Juni 2000 beschäftigte Infineon weltweit mehr als 28.200 Mitarbeiter.

Infolge gesteigerter Produktivität stieg Infineons Bruttomarge von 29 Prozent auf 39 Prozent. Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten lagen bei 466 Mio. Euro bzw. zehn Prozent des Umsatzes im laufenden Geschäftsjahr, im Vergleich zu 13 Prozent für die ersten neun Monate des Vorjahres. Die Investitionen für Forschung und Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr betrugen 677 Mio. Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um 158 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, jedoch einer relativen Senkung von 18 auf 14 Prozent des Umsatzes.

Das EBIT betrug insgesamt 863 Mio. Euro gegenüber einem Verlust von 32 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der konsolidierte Überschuss stieg um 520 Mio. Euro auf 545 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr. Basierend auf dem gewichteten Mittel der im Umlauf befindlichen Aktien betrug der Gewinn pro Aktie für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 0,89 Euro im Vergleich zu 0,04 Euro im Vorjahreszeitraum.


Gute Performance der einzelnen Geschäftsbereiche



Der Geschäftsbereich Mobile Kommunikation baute im dritten Quartal seinen Umsatz im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal um 12 Prozent auf 308 Mio. Euro aus. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die starke Nachfrage nach GSM- und GPRS-Mobilfunksystemen (General Packet Radio Service) sowie auf die guten Umsätze im Geschäft mit Infineons Produktfamilie E-Gold+, einer herausragenden System-on-Chip-Lösung für Baseband-Anwendungen, zurückzuführen. Das EBIT dieses Geschäftsbereichs lag bei 67 Mio. Euro und damit um 18 Prozent über dem des zweiten Quartals.

Infolge des weiterhin starken Internet-Infrastrukturgeschäfts und der Nachfrage nach ISDN-Chips stieg der Umsatz im Geschäftsbereich Kommunikation und Multimedia während des abgelaufenen Quartals um neun Prozent auf 326 Mio. Euro. Das EBIT konnte wie im zweiten Quartal trotz höherer Kosten im Zusammenhang mit Outsourcing-Leistungen für die Chip-Produktion und Abschreibungen für die Übernahme von Savan, einem israelischen Spezialisten für Breitbandkommunikations-ICs, bei 30 Mio. Euro gehalten werden.

Der Geschäftsbereich Automobil- und Industrieelektronik erreichte gegenüber dem Vorquartal eine Steigerung um neun Prozent auf 232 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das starke Geschäft bei den Leistungsbauelementen zurückzuführen. Das Quartals-EBIT stieg gegenüber dem Vorquartal um 64 Prozent auf 18 Mio. Euro. Im dritten Quartal erreichte Infineon seinen ersten TriCore Design-Win für Motorsteuerungssysteme in Kraftfahrzeugen.

Im Geschäftsbereich Sicherheits- und Chipkarten-ICs und Sonstige sowie im Opto-Joint-Venture mit Osram stieg der Umsatz insgesamt gegenüber dem zweiten Quartal dieses Jahres um sieben Prozent auf 160 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die starke Nachfrage nach Sicherheitslösungen für High-End-Systeme im Bankenbereich und Produkten für GSM-Projekte zurückzuführen. Während das EBIT des Segments Sicherheits- und Chipkarten-ICs deutlich stieg, sank das EBIT des gesamten Bereichs aufgrund einer Technologieumstellung im Opto-Joint-Venture von 15 auf elf Mio. Euro. Infineon ist mit 43 Prozent Marktanteil im vergangenen Jahr im Segment Sicherheits- und Chipkarten-ICs auch weiterhin weltweiter Marktführer nach Umsatz und Stückzahlen (Quelle: Dataquest).

Im Geschäftsbereich Speicherprodukte lag der Umsatz im abgelaufenen Quartal bei 781 Mio. Euro, das entspricht einem Anstieg von 37 Prozent im Vergleich zum vorausgegangenen Quartal. Infineon verzeichnete eine weiterhin hohe Nachfrage und eine positive Entwicklung der durchschnittlichen Verkaufspreise für 64-Megabit-Bausteine. Besonders in den USA und Asien wurde ein hoher Umsatz erzielt. Produktivitätssteigerungen waren in erster Linie ausschlaggebend für die Steigerung des Quartals-EBIT um 59 Prozent auf 289 Mio. Euro. Infineon bleibt weiter führend im Markt für 256-Megabit-DRAM-Chips und stellt die kleinsten 128-Megabit-SDRAM-Chips her.


Strategische „Highlights“ im dritten Quartal



Infineon hat erneut seine technologische Führungsstellung auf dem Gebiet der drahtlosen Kommunikation bewiesen und vier Weltrekorde in der Hochfrequenzkommunikation aufgestellt. Das Unternehmen erreichte in seinen Forschungseinrichtungen die höchste Frequenz für einen Dual-Modulus-Frequenzteiler, der auf Silizium-Germanium-Basis hergestellt wurde, und entwickelte zudem einen extrem rauscharmen Verstärker in Silizium-Technologie. Ferner wurden höchste Performance-Werte mit Leistungsverstärkern in den Mobilfunk-Frequenzbereichen 900 MHz und 1,9 GHz realisiert. Die Systeme von Infineon erreichten hier bisher nicht mögliche Ausgangsleistungen und eine hohe Effizienz bei geringen Versorgungsspannungen.

Infineon investierte in Forschung und Entwicklung für den kommenden Mobilfunkstandard UMTS und erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an einem neuen Entwicklungszentrum im österreichischen Linz.

Die großen Kommunikationskunden zeigen starkes Interesse an Infineons Full-Rate-ADSL-Lösungen für Sprach- und Datendienste im stark wachsenden Marktsegment der xDSL-Breitbandtechnologien. Zusammen mit dem kürzlich übernommenen israelischen Unternehmen Savan entwickelte Infineon einen neuen Chipsatz, der die VDSL-Modem-Technologie für führende Breitbandkommunikation über Kupferleitungen nutzt.

Mit einer Minderheitsbeteiligung an der in Kalifornien ansässigen Aristos Logic Corporation baut Infineon sein Know-how im Bereich der Server- und Netzwerk-Storage-Technologie aus. Dieser Bereich bietet angesichts des steigenden Bedarfs im dynamisch wachsenden Business-to-Business- und E-Commerce-Markt ein großes Potenzial.

Infineon hat seine Position in der Entwicklung der Next Generation Lithography gestärkt und ist als erstes europäisches Mitglied dem amerikanischen EUV-LLC-Konsortium (EUV LLC - Extreme Ultraviolet Limited Liability Corporation) beigetreten. Außerdem ist Infineon am europäischen MEDEA-Projekt für die Entwicklung der Ion Projection Lithography beteiligt, einer weiteren vielversprechenden Technologie zur Verkleinerung von IC-Geometrien im Bereich unter 70 Nanometer. Beide Projekte sichern Infineons Technologieführerschaft und werden dazu beitragen, dass Kunden von Infineon zunehmend höhere Performance auf immer kleineren Chips erhalten.

Infineon stärkte seine Position als Marktführer in den rasch wachsenden Bereichen Internet- und Networking-Infrastruktur mit der Lieferung großer Stückzahlen von 256-Megabit-DRAM-Speicherbausteinen für Server und Workstations. Auf diesem Gebiet konnte Infineon einen Silizium-ASIC mit Embedded-DRAM bei einem weltweit führenden Hersteller von Internet- und Networking-Infrastruktur erfolgreich einsetzen.

Die Grundsteinlegung für die weltweit erste 300-mm-Wafer-Volumenfertigung in Dresden sowie der Transfer von Fertigungs-Know-how von Infineon an das in Taiwan ansässige Unternehmen ProMOS Technologies, einem Joint Venture mit Mosel Vitelic, unterstreichen die führende technologische Position von Infineon bezüglich neuer Produktivitätsstandards.


Ausblick



Infineon erwartet in diesem Geschäftsjahr ein Investitionsvolumen von etwa 25 Prozent des Umsatzes und eine Steigerung auf etwa 30 Prozent im kommenden Geschäftsjahr, um die Chancen des weiterhin dynamisch wachsenden Halbleitermarktes in vollem Umfang zu nutzen.

Das Unternehmen plant seine Produktionskapazitäten auszuweiten, indem es die Umrüstung älterer Fertigungslinien von 6- auf 8-Zoll-Technologie beschleunigt. Ferner ist eine weitere Reduzierung der Chip-Strukturabmessungen und verstärkte Nutzung von Outsourcing-Leistungen bei Auftragsfertigern und Subunternehmern geplant. Dadurch kann Infineon die Produktion von Logikbausteinen erheblich erhöhen.

„Bei der Forschung und Entwicklung wird Infineon in künftige Mobilfunkstandards wie Bluetooth und UMTS investieren, um seine Marktposition in der drahtlosen Kommunikation zu verbessern“, kommentierte Dr. Ulrich Schumacher. „Außerdem wird das Unternehmen sein Potenzial an Intellectual Property im schnell wachsenden Markt der Breitbandkommunikation durch interne Optimierung der Ressourcen sowie weitere Investitionen zusätzlich steigern. Wir werden darüber hinaus kleinere Aktivitäten ausgliedern, die nicht zu unseren Kernkompetenzen gehören.“

Steigende Speicherpreise und Produktivitätssteigerungen werden voraussichtlich zu einem verbesserten vierten Quartal führen. Infineon will in den Geschäftsjahren 2000 und 2001 stärker als der Markt wachsen. Nach den Prognosen der World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) wird der Umsatz der Halbleiterbranche im Jahr 2001 weltweit um 20 Prozent steigen.


Dieser Zwischenbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung von Infineon beruhen. Obwohl wir annehmen, dass die Erwartungen dieser vorausschauenden Aussagen realistisch sind, können wir nicht dafür garantieren, dass die Erwartungen sich auch als richtig erweisen. Die Annahmen können Risiken und Unsicherheiten bergen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den vorausschauenden Aussagen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören u.a.: Veränderungen im wirtschaftlichen und geschäftlichen Umfeld, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einführungen von Konkurrenzprodukten, mangelnde Akzeptanz neuer Produkte oder Dienstleistungen und Änderungen der Geschäftsstrategie. Eine Aktualisierung der vorausschauenden Aussagen durch Infineon ist weder geplant noch übernimmt Infineon die Verpflichtung dazu.

Informationsnummer

INFXX200007.085e

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