Mikrochipproduktion in Villach

Die Chipproduktion in Villach ist ein Kompetenzzentrum für die Automobil- und Industrieelektronik. 97 Prozent der Produktionskapazität in Villach konzentriert sich auf diesen Bereich. Rund 1.300 Produkte (Grundtypen) werden in Österreich gefertigt. Mit den Leistungshalbleitern nimmt Infineon den ersten Platz am Weltmarkt ein.
Rund 20 Milliarden Chips verlassen jährlich das Werk. In drei Fertigungshallen und einer Halle für den Scheibentest wird produziert.
Die Kombination von Entwicklung und Produktion am Standort Villach ist eine Besonderheit innerhalb des Konzerns und sorgt für optimale Bündelung der Kompetenzen. Die Zusammenarbeit in bereichsübergreifenden Teams ermöglicht sehr kurze Durchlaufzeiten von der Idee bis zum fertigen Produkt.
In Villach befindet sich eine Frontend-Produktion, hier werden die eigentlichen elektronischen Bauteile auf Siliziumscheiben (Wafern) in unterschiedlichen Technologien und Komplexitäten in bis zu 400 Fertigungsschritten erzeugt. Dabei ist die Beherrschung von Strukturbreiten von bis zu 0,5 Mikrometer erforderlich. Zum Vergleich: ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von ca. 70 Mikrometer.
Innovationen in der Fertigung
Die Villacher Mikrochipproduktion zeichnet sich durch innovative Prozesse und weltweit einzigartige Technologien aus. Seit einiger Zeit forciert Infineon einen Strukturwandel in der Mikrochipproduktion und beschreitet den Weg der „Innovation Fab“. Das bedeutet, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zuge des Wandels von der Massenproduktion hin zur Innovationsfabrik intensiv mit Innovationsthemen in der Fertigung beschäftigen, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Idee über die Prozesse bis zum Kunden. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zur Zukunftssicherung des Produktionsstandortes geleistet. Die Schwerpunkte der Weiterentwicklung in der Fertigung werden in den Bereichen Einzelprozesstechnik, Equipment, neue Materialien sowie Automatisierungs- und Fertigungskonzepte gesetzt.
Die optimale Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine steht beispielsweise im Zentrum des Innovationsprojektes iRobotics (intelligent Robotics). Flexible Roboter sollen in der Lage sein, Maschinen automatisch zu be- und entladen, und damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fertigung zu entlasten.
Eine der größten Herausforderungen im Bereich der Leistungshalbleiter ist die Chipproduktion auf Dünnwafern. Villach hat weltweit die alleinige Kompetenz für die Fertigung auf bis zu 40 Mikrometer dünnen Siliziumscheiben. Zum Vergleich: ein Blatt Papier hat cirka 100 Mikrometer. Dementsprechend dünn geschliffene Wafer erfordern besondere Sorgfalt bei der Verarbeitung. Durch den Einsatz der Dünnwafer-Technologie werden eine erhöhte elektrische Leistung sowie niedrigere Leitungsverluste sichergestellt, ohne dass es dabei zu erhöhten Schaltverlusten kommt.

